Entwarnung bei Duropal: Kein Personalabbau geplant
26.11.2009 | 19:51 Uhr 2009-11-26T19:51:00+0100
Bruchhausen. Die Pfleiderer AG will in ihren Westeuropa-Werken 200 Stellen abbauen, doch das Bruchhausener Duropal-Werk ist laut Werkleiter Meinolf Hering nicht betroffen.
In einem Video-Interview auf www.pfleiderer.com erklärt der Pfleiderer-Vorstandsvorsitzende Hans H. Overdiek, dass es angesichts rückläufiger Produktnachfragen zu Kapazitätsabbau und Personalkostenreduzierungen bei „Pfleiderer Westeuropa” kommen wird. Wörtlich sagt Overdiek: „Es wird zum Abbau von Mitarbeitern in Westeuropa kommen.” Doch was bedeutet dies für das Pfleiderer-Werk „Duropal” in Bruchhausen?
Auf WP-Anfrage erklärte heute der Bruchhausener Duropal-Werkleiter Meinolf Hering: „Im Duropal-Werk ist kein Personalabbau geplant. Das Duropal-Werk hat bereits in den Jahren 2007 und 2008 per Sozialplan rund 130 Stellen abgebaut. Deshalb sind wir hinsichtlich unserer Personalkostenstruktur bereits heute gut aufgestellt.”
Zu „Pfleiderer Westeuropa” gehören insgesamt rund zehn Werke. Dabei wissen Branchen-Insider, dass das Duropal-Werk in Bruchhausen im Vergleich zu anderen Pfleiderer-Werken in Westeuropa eine wirtschaftlich gute Position einnimmt. „Duropal hat 2008 schwarze Zahlen geschrieben und dies wird trotz Wirtschaftskrise auch fürs Geschäftsjahr 2009 gelten. Wir konnten unser Ergebnis relativ gut halten. Allerdings musste Duropal wie andere Unternehmen auch Umsatzeinbußen in 2009 hinnehmen”, erklärt Meinolf Hering, der offiziell als „Leiter Business Unit Duropal” zeichnet.
Bei Duropal habe es auch nur im Frühjahr 2009 in einzelnen Abteilungen Kurzarbeit gegeben, danach sei Kurzarbeit bei Duropal kein Thema mehr gewesen. Auch für die nächsten Monate sei keine Kurzarbeit geplant. Hering spricht von „einer weiterhin stabilen Geschäftslage für Duropal” und fügt an: „Unser Werk ist bis zum Jahresende ausgelastet. Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr 2010 fallen allerdings schwer.”
In anderen Pfleiderer-Werken in Westeuropa sieht es anders aus. Hans H. Overdiek kündigte im Juni 2009 an, dass 200 Stellen in Westeuropa abgebaut werden sollen. „130 dieser Stellen wurden bereits abgebaut. Dies geschah ausschließlich sozialverträglich (Aufhebungsverträge, vorzeitiger Ruhestand, Fluktuation)”, erklärt der Pressesprecher der Pfleiderer AG, Fabian Schiffer.
Konzernweit habe sich das Geschäft insbesondere im vergangenen September erholt, gleichwohl sollen „Strukturkosten marktgerecht angepasst werden”. Was Letzteres für einzelne Werke bedeutet, ließ Schiffer allerdings offen. „Hierzu will die Pfleiderer AG keine detaillierte Stellungnahme gegenüber der Presse abgeben”, sagt Schiffer.
Der Konzern-Umsatz im 3. Quartal 2009 erhöhte sich gegenüber dem 2. Quartal 2009 zwar um 3,8 Prozent auf 347,3 Mio. Euro, doch mit Blick auf den Neun-Monate-Vergleich (Januar bis September 2009 zu Januar bis September 2008) sank der Konzernumsatz um 23,2 Prozent auf 1,039 Mrd. Euro. Fürs 4. Quartal 2009 erwartet die Pfleiderer AG ein leichtes Umsatz-Plus gegenüber dem 3. Quartal 2009. Fürs Gesamtjahr 2009 rechnet die Pfleiderer AG derzeit mit einem Umsatz von 1,4 Mrd Euro. Das Unternehmen geht allerdings davon aus, dass der Markt in Westeuropa nicht so schnell auf das Niveau der Jahre 2007/08 zurückkehren wird. Daher will die Pfleiderer AG sich abzeichnende Überkapazitäten abbauen und somit auch Personalkosten reduzieren.
Von diesem geplanten Personalabbau sieht Meinolf Hering das Duropal-Werk aber nicht betroffen: „Die Anzahl unserer Beschäftigten wird weiterhin bei rund 420 Mitarbeitern liegen, davon 18 Auszubildende.”

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