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Entspannung an der Pestalozzischule

20.03.2016 | 08:00 Uhr
Entspannung an der Pestalozzischule
Pestalozzischule in Hüsten, NotunterkunftFoto: Ted Jones

Hüsten. Die Lage hat sich entspannt: Im Oktober vergangenen Jahres waren im Monatsdurchschnitt bis 282 asylsuchende Menschen in der vom Land betriebenen Notunterkunft in der Pestalozzischule in Hüsten untergebracht. Gestern waren es 130 Bewohner. „Wir können jetzt individueller reagieren und haben mehr Zeit für die Menschen“, sagt Einrichtungsleiter Hans Wulf.

Seit neun Monaten ist die Unterkunft eingerichtet. Im Juli 2015 wurde sie mit 150 verfügbaren Plätzen ausgestattet. Schnell war klar, dass dieses Kontingent nicht reichen würde. Im September wurde die Einrichtung daher auf 300 Plätze aufgestockt. Von Juli bis Dezember 2015 waren 1066 Menschen vorübergehend in der Hüstener Notunterkunft untergebracht, bis sie auf andere Einrichtungen oder an Kommunen verteilt werden konnten. Seit Jahreswechsel wurden 280 Flüchtlinge in Hüsten begrüßt.

„Die Zugangszahlen sind derzeit gering“, sagt Christoph Söbbeler. Der Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg, die landesweit die Unterbringung und Verteilung der Flüchtlinge koordiniert, verweist aber darauf, dass dieses Zahlenwerk relativ zu betrachten sei. „Die Zugangszahlen sind geringer als im Herbst“, so Söbbeler, „aber immer noch deutlich höher als vor einem Jahr im gleichen Zeitraum“. Waren im Januar und Februar 2015 „nur“ 14 600 asylsuchende Menschen nach NRW gekommen, so waren es in diesem Jahr in den beiden ersten Monaten 34 500.

Die Bezirksregierung wird also weiterhin darauf achten, dass ausreichend Unterbringsplätze auch vorsorglich bereitgehalten werden. Sehr wohl werden aktuell aber erste Notunterkünfte wieder geschlossen. Die Pestalozzischule in Hüsten ist dabei aber nicht im Fokus der Bezirksregierung. Vorerst gehe es darum, Kapazitäten dort zurückzubauen, wo sie in Turnhallen oder anderen ansonsten anderweitig genutzten Immobilien eingerichtet worden waren.

Stadt hat Plan für eigene Unterkunft

Sollte aber auch Hüsten als Notunterkunft nicht mehr gebraucht werden, will die Stadt Arnsberg im Altbau ein städtisches Flüchtlingsheim mit bis zu 100 Plätzen schaffen. Bei der jetzigen Notunterkunft in der Pestalozzischule handelt es sich um provisorische Unterkunfts- bzw. Schlafplätze, zum Beispiel für mehr als zehn Personen in einem Klassenzimmer. Beim Umbau in ein Flüchtlingsheim müssten neue Wohnstrukturen, zu denen auch neue Küchen gehören, geschaffen werden. Für einen solchen Umbau wurden für die Etatjahre 2016/17 fünf Millionen Euro in den städtischen Haushalt eingestellt.

In der Pestalozzischule geht es derzeit, so Hans Wulf, „ruhiger und entspannter“ zu. Es gebe wenig Spannungen. Aktuell seien größere Gruppen Afghanen und Jesiden in der Einrichtung. Inzwischen bleiben diese auch länger und werden nicht nach zwei oder drei Wochen weitergeleitet. Ungebrochen sei der Einsatz der bis zu 30 Ehrenamtlichen. „Sie genießen jetzt aber auch, dass sie mehr Zeit für den Einzelnen und seine Geschichte haben“, sagt Wulf. Der hauptamtliche Personalstamm bleibt stabil: In zwei Schichten kümmern sich elf Mitarbeiter/-innen um die Bewohner der Unterkunft. Hinzu kommen rund um die Uhr vier Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes.

Martin Haselhorst

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2016-03-20 08:00
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