Ense richtet sein Windkraft-Konzept neu aus

Das mächtige Fundament eines neuen Windrades –
Das mächtige Fundament eines neuen Windrades –
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Untersuchung zur Errichtung möglicher neuer Konzentrationszonen ist erfolgt. Anträge für Repowering älterer Windkraftanlagen sind ebenfalls gestellt.

Ense..  Während im Hochsauerlandkreis derzeit um jeden möglichen (Einzel-)Standort von Windkraftanlagen (WKA) gerungen wird, hat Ense im Nachbarkreis Soest eine neue Epoche in Sachen Windenergie eingeleitet: Die Untersuchung des Gemeindegebietes im Hinblick auf die Errichtung möglicher neuer Konzentrationszonen ist erfolgt.

Nach Beratung im Planungsausschuss am 16. April soll der Gemeinderat die aktuelle Ausarbeitung – sie wurde unter Berücksichtigung geänderter gesetzlicher Grundlagen sowie der neuesten Rechtsprechung durchgeführt – Ende dieses Monats beschließen.

Die vorliegende Untersuchung beinhaltet „Aufstellung eines Kriterienkatalogs mit Darstellung der harten und weichen Tabukriterien sowie Festlegung der relevanten Abstandskriterien“. Sie bildet, als Ergebnis, das Windkraft-Konzept der Gemeinde Ense – und soll „bei weiteren Entscheidungen über Windkraftnutzung als vorbereitende Arbeitsgrundlage dienen“, so die Gemeindeverwaltung.

Neue Eignungsflächen nahe Bittingen

Neben bereits in der Vergangenheit ausgewiesenen Konzentrationszonen für WKA finden sich auch neue Eignungsflächen – und zwar östlich des Ortsteils Bittingen. Das dortige Areal ist für die Windkraftnutzung vergrößert worden.

Parallel wurden im Bremer Rathaus zwei Anträge auf Repowering (siehe Infokasten) von Windkraftanlagen im Bereich besagter Fläche östlich von Bittingen eingereicht:

Der erste Antrag sieht im Bereich der Konzentrationszone östlich von Bittingen eine neue WKA (Typ ­Enercon E-115) mit einer Naben­höhe von 149,08 und einem Rotor-Durchmesser von 115,71 Metern vor. Im Gegenzug sollen nach deren Errichtung zwei bestehende Windkraftanlagen südlich der B 516 (Werler Straße) abgebaut werden.

Der zweite, erst wenige Tage alte Antrag basiert auf dem ersten und regt an, die neue Anlage weiter nordöstlich aufzustellen und eine Enercon E-82 mit 180 Metern Gesamthöhe zu wählen. Außerdem soll in der Nähe ein weiterer, 150 Meter hoher „Spargel“ hinzu­kommen. Im Zuge dieses Repowerings würde dieser Antragsteller zwei ältere Windkraftanlagen östlich von Bilme/Bittingen abbauen.

Eine einvernehmliche Lösung konnte aber laut Verwaltung „bis Dato nicht erzielt werden“.

Für die Flächen östlich von Bittingen soll darum ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden, „in dem die Standortplanung durchgeführt und deren Verträglichkeit für umliegende Wohnbebauung sowie artenschutzrechtliche Aspekte nachgewiesen wird“.

Weitere Anträge eingereicht

Doch nicht nur bei Bittingen wird derzeit geplant und beantragt:

Die Windpark Ruhne-Waltringen GmbH & Co. KG wünscht – zwecks weiteren Repowerings – die Ausweisung einer Vorrangzone im ­Vogelschutzgebiet bei Waltringen. Nicht auszuschließen, denn laut neuer Gesamtuntersuchung ist Repowering von Windkraftanlagen, die sich zurzeit im Vogelschutzgebiet befinden, weiterhin möglich. Einem Antrag auf Erweiterung der bestehenden Konzentrationszone im Bereich Ruhne-Waltringen dagegen soll laut Gemeindeverwaltung nicht entsprochen werden.

Die nötigen Beschlüsse fassen die Ratsmitglieder im Verlauf ihrer nächsten Sitzung am 28. April.