„Eltern in Planung nicht eingebunden“

Arnsberg..  Die Schulpflegschaft der Theodor-Heuss-Hauptschule Arnsberg (THS) lädt am Donnerstag um 18.30 Uhr in ihrer Schule zu einem Runden Tisch ein, um mit Eltern, Verwaltung und Ratspolitikern über das drohende Umzugsszenario zu diskutieren. Wie berichtet gibt es Pläne, dass die verbleibenden Schüler der Realschule in die THS-Gebäude und die Hauptschüler in die Petrischule Hüsten wecheln sollen, um Platz für die wachsende Sekundarschule Arnsberg zu schaffen. Vor der Veranstaltung sprach unsere Zeitung mit Michael Grünke, Vorsitzender der THS-Schulpflegschaft.

Frage: Was erhoffen Sie sich von einem Gespräch mit den Ratsmitgliedern?

Michael Grünke: Ich wünsche mir mehr Verständnis für die Situation der Schülerinnen und Schüler, deren Lernfortschritte durch die geplanten Umzüge nicht verbessert, sondern erschwert oder sogar verhindert werden würden.

Warum setzen Sie sich für das Auslaufen der beiden Schulen am Standort ein? Ist der pädagogische Inhalt nicht wichtiger als das Gebäude?

Eine erfolgreiche Vermittlung der pädagogischen Inhalte ist nur möglich, wenn die Raum- und Sachvoraussetzungen stimmen. Das wäre nach den vorgesehenen zwangsweisen Schul-Umzügen nicht der Fall. Bisherige Investitionen an den jetzigen Standorten entsprechen den unterschiedlichen Konzepten der Schulen und könnten nur mit erneutem Millionenaufwand wie zuletzt 2007/08 umgesetzt werden.

Beschäftigt das Thema die Kinder und Jugendlichen in den Schulen oder ist das eher ein Eltern-Thema?

Sicherlich ist es ein wichtiges Thema der Eltern, alleine bei der Tatsache, dass die Theodor-Heuss-Schule eine Ganztagsschule ist. 15 Uhr ist Schulschluss, In Arnsberg wären Kinder möglicherweise erst um 16.30 Uhr zu Hause. Wir haben einen großen Teil aus Hellefeld, Sundern oder Oeventrop. Unsere Kinder der THS reagieren verständnislos und auch verängstigt mit Blick auf ihre kommenden Jahre in der Schule. Wir reden selbstverständlich mit ihnen über ihre Sorgen, die auch unsere Sorgen sind. Wirklich beruhigen können wir sie zurzeit jedoch nicht.

Die Politik und Verwaltung hatte den auslaufenden Schulen beim Beschluss damals die größtmögliche Unterstützung versprochen. Wurde das bis hierhin eingehalten?

Versprechen werden in der Arnsberger Kommunalpolitik schnell gemacht. Versprochen wurde uns so einiges. Größtmögliche Unterstützung ist ein sehr dehnbarer Begriff. Die Pläne, gerade die Hauptschüler am weitesten wegzuschicken, von denen man den geringsten Protest erwartet, weil sie in der Gesellschaft keinen so hohen Stellenwert genießen, verärgert einige tausend Bürger zurecht. Abschieben in ein Gebäude, das nicht im geringsten auf unsere pädagogischen Inhalte ausgerichtet ist, ist auf keinen Fall die versprochene größtmögliche Unterstützung.

Haben Sie Verständnis für das Interesse der Sekundarschule?

Wir unterstützen die Sekundarschule, die in unserer Stadt eine große Aufgabe übernommen hat. Darum sind wir dafür, dass sie die Möglichkeit bekommt, an ihrem Standort zu bleiben. Die Entwicklung der Sekundarschule muss allerdings auf die auslaufenden Schulen Rücksicht nehmen.

Fühlen Sie sich als Elternschaft in die Planungen des Schulträgers ausreichend eingebunden?

In die Planungen waren wir zunächst nicht eingebunden. Erst nachdem die angedachten Umzüge ganzer Schulen bekannt wurden, besuchten Vertreter der Parteien die Schulen. Dort konnten wir unsere Meinungen vortragen. Stellungnahmen von einigen Politikern bestätigten uns aber anschließend, dass die Umzüge offensichtlich beschlossene Sache sind.

Sehen Sie eine Kompromisslösung?

Eine Kompromisslösung kann es geben, wenn alle bereit sind, die Interessen der Kinder und Jugendlichen ernst zu nehmen. Sie haben Anspruch auf den besten Unterricht, nicht nur auf größtmögliche Unterstützung nach lokalpolitischem Gutdünken. Zugeständnisse werden von allen Seiten notwendig sein. Wir besprechen mögliche Vorschläge bei unserem runden Tisch.

Was planen Sie, wenn die Verwaltung bei ihren zuletzt formulierten Plänen bleibt?

Es kann nicht sein, dass Millionen an Steuergelder verpulvert werden, um zwei Schulen umzubauen Und das für ein Zeitraum von drei Jahren! Wir Eltern hoffen, dass die Verwaltung mit den Schulen und uns gemeinsam einen neuen Weg geht. Einige tausend Unterschriften zeigen Wirkung. Dafür sind wir dankbar und fühlen uns zu weiterem Handeln im Sinne unserer Kinder verpflichtet.