Einweihung am Sonntag

Mit großem ehrenamtlichen Engagement und dank einer enormen Spendenbereitschaft kann die Schönstatt-Kapelle wieder aufgebaut werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen - ein Idyll.
Mit großem ehrenamtlichen Engagement und dank einer enormen Spendenbereitschaft kann die Schönstatt-Kapelle wieder aufgebaut werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen - ein Idyll.
Foto: WP

Arnsberg..  Es ist so weit: Die Wintroper Kapelle wird am kommenden Sonntag, 31.Mai, um 14.30 Uhr von Weihbischof Berenbrinker und Propst Hubertus Böttcher in einem großen Festakt eingeweiht. Nicht einmal ein Jahr nach dem Brand, der das Kapellchen bis auf die Grundmauern zerstörte, können Arnsberger Bürgerinnen und Bürger den Ort wieder besuchen. Mehr als 200 Gäste werden zu den Feierlichkeiten erwartet, darunter die vielen Förderer und Unterstützer des Wiederaufbaus.

Vor rund einem Jahr wurde das Kapellchen bei Gut Wintrop Opfer von Brandschiftung. Das Feuer zerstörte den Ort, der bei vielen Arnsbergern und auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist, bis auf seine Grundmauern. Bereits am Tag des Brandes - dem 12. Mai 2014 - lief eine große Unterstützungswelle an: Arnsberger Bürger, Vereine, Unternehmen, Heimatbund, Kirchen und sogar Wanderer und Kenner des Kapellchens von weit außerhalb der Stadt haben damit den Wiederaufbau möglich gemacht.

Immer für Besucher geöffnet

Heute erstrahlen die Kapelle und der Bereich im Vorfeld n völlig neuem Glanz – von den Fundamenten über den Rohbau, die Fenster, das Dach und die Tür bis hin zur aus dem 16. Jahrhundert stammenden Glocke ist das Wintroper Kapellchen wieder ein Ort der Ruhe, des Innehaltens und des Gebets.

Wenn so am Sonntag die Glocke zum ersten Mal wieder ertönt, ist dies eine Einladung zum Besuch - denn die Türen werden, wie schon vor dem Brand, immer für die Menschen geöffnet sein. Genau dies hatten die vielen Besucher in der langen Vergangenheit des Kapellchens stets geschätzt.

Beginn der Feierlichkeiten ist um 14.30 Uhr direkt an der Kapelle bei Gut Wintrop, Uentroper Straße. Begleitet wird der Festakt von der Alphorngruppe „Sauerländer Bergecho“. Anschließend lädt die Schönstatt-Familie alle Gäste zum Feiern und Gedenken bei Kaffee und Kuchen in den Pfarrsaal Hl. Kreuz ein. Hier wird der Kinderchor des Gerd Schüttler Chors den Nachmittag begleiten.

Wichtig: Am Kapellchen sind keine Parkplätze vorhanden. Aber vom Schreppenberg und dem Arnsberger Bahnhof ist die Kapelle zu Fuß gut zu erreichen.

Die Kapelle war unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs von einer Gruppe junger Mädchen der Schönstatt-Familie in mühsamer Arbeit errichtet worden - als Dank für das Ende des Krieges und zum Schutz der Stadt und des Bistums. Die Pläne, geht aus einer Westfalenpost-Ausgabe vom 7. September 1949 hervor, hatte ein Wehrmachtspfarrer, „der auch vom Baufach etwas verstand“, noch in den letzten Kriegsmonaten zur Freude der Mädchen gezeichnet.

Seit Jahrzehnten ein Ziel

Und die Pläne auch rechtzeitig übergeben; denn mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen in Arnsberg am 12. April 1945 wurde er zum Kriegsgefangenen und war damit in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Die beherzten Mädchen setzten diese Pläne schließlich mit großem persönlichen Einsatz um und schufen so eine Stätte der Ruhe und Besinnung, die auch Jahrzehnte später noch immer gerne von den Menschen angenommen wird.