Eine „Lerge“ aus Breslau

Oeventrop..  Segelfliegen hat Rudi Kaerger immer schon fasziniert, bereits als Schüler saß er am Steuerknüppel eines Flugzeugs und schaute von oben auf seine schlesische Heimat. Am vorgestrigen Ostersonntag feierte Rudi Kaerger, Hohe Straße 13, seinen 85. Geburtstag.

Zum Sauerländer

Der Jubilar wurde in Breslau geboren, ist aber in den vergangenen Jahrzehnten zu einem echten Sauerländer geworden. „Ich bin eine Dinscheder ‚Breslauer Lerge’“, lacht der rüstige Rentner verschmitzt – und wird schnell ernst, als er von den Ereignissen in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges erzählt. Als 15-Jähriger erlebte er in der zur „Festung Breslau“ erklärten schlesischen Hauptstadt den Untergang seiner Heimatstadt.

Alle nicht wehrtauglichen Männer sollten damals auf Anordnung des Gauleiters sofort die Stadt verlassen. Nach einer wochenlangen Flucht, teilweise eingepfercht in Viehwaggons, kam Rudi Kaerger in Bockum an. Hier fand er auf dem nahegelegenen Gutshof „Domäne Frielinghausen“ eine Anstellung als Landarbeiter.

Das Wort Langeweile ist unbekannt

Später absolvierte Rudi Kaerger eine Lehre als Werkzeugmacher und arbeitete danach bei den „Ruhrtal Motorradwerken“ (RMW) in Neheim. Das Werk ist heute übrigens nur noch alten Neheimern, Historikern und Motorradexperten bekannt.

Als passionierter Segelflieger und Jäger sei es ihm in seiner Freizeit und auch als späterer Rentner nie langweilig gewesen. Denn: Rudi Kaerger ist Mitbegründer des „Oeventroper-Mandolinen-Clubs“, des „Hegerings Ruhrtal“ und des „Luftsportclubs Oeventrop“.

Auch heute noch dreht er, allerdings als Kopilot, seine Runden am Oeventroper Himmel. Am Ostersonntag war die Gratulantenschar groß. Neben Ehefrau Margret, geb. Trompeter, gratulierten zwei Kinder und die drei Enkelkinder Pascal, Frederik und Stefan.

Rudi Kaergers Motto für ein langes Leben lautet: „Lieber Gott, ich bin bereit, aber es eilt nicht“. Auch unsere Zeitung wünscht alles Gute.