Eine junge Frau „zwischen den Stühlen“
10.02.2012 | 10:02 Uhr 2012-02-10T10:02:00+0100
Arnsberg. „Zwischen den Stühlen“ heißt das neue Projekt des Jugendtheater-Ensembles. Thema sind Zukunftspläne und -ängste. Für die jungen Schauspielerinnen spielt dies auch im wirklichen Leben eine große Rolle.
Nina Kramer (19), die mit dem Teatron-Theater auf der Bühne stehen wird, macht in diesem Jahr ihr Abitur und blickt auf eine noch unbestimmte Zukunft. Auslandsaufenthalt, Studium oder Ausbildung: Viele Türen stehen offen.
„Das Theaterstück ist so lebensnah“, erzählt Nina begeistert. Alles, was in den Köpfen der jungen Schauspielerinnen schwebt, wurde in dem Stück verarbeitet.
„Zuerst haben wir uns einfach über das Älterwerden unterhalten, ältere Leute beobachtet und ihre Geschichten erzählt“, so Nina. Diese Geschichten hat die Gruppe mit Hilfe von Yehuda und Ursula Almagor und Jutta Juchmann zu einem Stück verknüpft. In einer Zeit, in der für Nina und die anderen Mädchen vieles offen ist, konnten sie sich auf der Bühne ausprobieren. „Einfach mal in eine andere Rolle schlüpfen und so sein, wie man normal nie wäre: fieser, abgedrehter oder verrückter“, beschreibt sie die Faszination. Auch die Schauspielübungen zu Beginn machten ihr Spaß. Körperbeherrschung, Konzentration und ein Gefühl für die Bühne standen hier im Vordergrund. „Wir sollten zum Beispiel einfach dynamisch durch den Raum gehen und alles im Blick haben“, so Gymnasiastin des Arnsberger Laurentianums.
Schon seit der neunten Klasse spielt die Oeventroperin Theater. Angefangen hat sie in einer Theater-AG und dem Literaturkurs an der Schule. Schnell war sie Feuer und Flamme für die Bühne: „Theater spielen macht einfach Spaß, man wird locker und selbstbewusst.“, sagt sie.
„Zwischen den Stühlen“ ist ein selbst inszeniertes Stück. Es gab vorher weder Texte noch Regie. Alles ist in den Köpfen der elf jungen Schauspielerinnen entstanden und wurde vom Teatron zu einem Netz verwoben. „Es war ziemlich viel Arbeit“ berichtet Nina. Im September begann das Projekt, und seitdem standen Ideen sammeln, Texte schreiben und wöchentliche Proben auf dem Programm. Aufgrund der vielen Arbeit und Zeit, die die Gruppe in das Stück investierte, ist die Freude auf die nun bevorstehende Premiere am morgigen Samstag groß.
Dann heißt es dreimal „Bühne frei“ für das Jugendtheater-Ensemble. Das „Gefühl, selbst etwas geschafft zu haben“, ist schön und motiviert Nina.
Die Schauspielerei als Beruf kommt für Nina allerdings nicht in Frage. Ungewissheit und starke Konkurrenz schrecken sie ab. Ihr schwebt vielmehr etwas im Bereich der Kommunikationswissenschaft vor. „Außerdem glaube ich, dass Theater mir selbst viel mehr bringt als den Zuschauern. Es ist das perfekte Hobby als Ausgleich.“

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