Eine eingeschworene Truppe

Die Vogelwiesenkommission der Arnsberger Bürgerschützengesellschaft ist eine eingeschworene Truppe.
Die Vogelwiesenkommission der Arnsberger Bürgerschützengesellschaft ist eine eingeschworene Truppe.
Foto: wolfgang becker

Arnsberg..  Vor der Feier steht die Arbeit. Das weiß wohl niemand besser, als die Mitglieder der Vogelwiesenkommission. Denn bereits eine Woche vor dem Schützenfest heißt es für sie: Antreten auf der Vogelwiese im Eichholz. Aber nicht zum flotten Marsch mit Musikbegleitung, sondern zum schweißtreibenden Rödeln. Und gleich nach dem Fest geht es dann weiter.

Kein Wunder also, dass die Vogelwiesenkommission mit 50 Mitgliedern die zahlenmäßig stärkste der insgesamt 22 Kommissionen der Bürgerschützengesellschaft ist. „Und das Engagement unserer Leute ist einzigartig,“ freut sich Schützen-Urgestein und Kommissionschef Theo Hilligsberg über die Einsatzbereitschaft seiner Männer. „Aber das war hier schon immer so.“ Die Disziplin scheint für ein Ehrenamt enorm. Denn sei jemand verhindert, „meldet er sich ab, so dass wir immer wissen, wo notfalls eine Lücke geschlossen werden muss. Bei uns herrscht eben toller Teamgeist und daher sind wir meist bei den Arbeiten komplett vor Ort“.

Dickes Aufgabelbündel

Das Arbeitsaufkommen für die Experten ist groß. Gut eine Woche vor Festbeginn geht es los - vor den Kommissionsmitgliedern liegt dann stets ein dickes Aufgabenbündel. Zum Beispiel müssen die dortigen Wasserleitungen frei gelegt und in Betrieb genommen, die Toilettenanlagen installiert sowie Strommasten aufgebaut und -leitungen verlegt werden. „Und dem Toilettenhäuschen,“ sagt Hilligsberg, „verpassen wir immer einen neuen Anstrich.“

Überhaupt, das Toilettengebäude. Dieses sei leider immer wieder Ziel für Schmierereien. „Allein seit dem Kreisschützenfest im Herbst mussten wir das Häuschen dreimal neu streichen.“ Über die Art der Ferkeleien - um es harmlos auszudrücken - deckt Theo Hilligsberg lieber das Mäntelchen des Schweigens.

Da die Bürgerschützen und deren Gäste am Festmontag auf der Vogelwiese richtig feiern wollen, muss natürlich ein Festzelt her, Bestuhlung und Tische müssen antransportiert und - weil es ja auch immer montags einen neuen Schützenkönig gibt - muss für dessen feierliche Proklamation eigens ein Aufleger mit Wimpelketten und Birkenzweigen geschmückt werden. Wie es sich eben für den Höhepunkt des Schützenfestes geziemt. Hinzu kommt ein Zelt für die Musikkapelle, denn die soll schließlich ungestört von Regen oder prallem Sonnenschein für Stimmung sorgen.

Nicht zu vergessen: Das „Maialtärchen“ - wie der Kugelfang am Eichholzhang im Volksmund heißt. Dieser ist auf seine Funktionsfähigkeit zu überprüfen und herzurichten. Dabei gilt es auch, die Schussbahn durch das Zurückschneiden von Büschen freizumachen.

Hat die fleißige Kommission diese und zahlreiche weitere Arbeiten erledigt, werden auf der dann picobello anzusehenden Vogelwiese zum Abschluss die blau-weißen Schützenfahnen gehisst und Birkenbüsche fein drapiert. „Damit es die Besucher so richtig schön haben.“

Unverzichtbar für viele schöne Stunden auf der Vogelwiese sind natürlich die Getränke, die in kaum vorstellbaren Mengen in Kühlwagen auf die richtige Trinktemperatur gebracht werden. Aber Kühlung funktioniert nur, wenn Strom fließt. Und da kommt Michael Riedel als stellv. Kommissionschef und Elektromeister ins Spiel. Hilligsberg: „Michael überprüft zum letzten Mal am Montagmorgen um 5.30 Uhr, ob in Sachen Kühlung alles in Ordnung ist.“ Sicher ist sicher. Und Vorsicht die Mutter der Porzellankiste.

Unschätzbare Unterstützung leisten übrigens die heimischen Unternehmer Andreas Grüne, Volker Hilgenhaus und Willi Bühl (Firma Hörster). „Sie stellen uns Jahr für Jahr kostenlos Fahrzeuge zur Verfügung. Das ist eine enorme Erleichterung. Und sie sind immer da, wenn Hilfe nötig ist,“ würdigt Theo Hilligsberg.

Ist dann das neue Königspaar gebührend gefeiert, die Nachfeier gut überstanden und das Gros der Schützen auf dem Marsch in die Erholungsphase, geht es für die Vogelwiesenkommission dagegen wieder los: Der Abbau steht an. „Die Hauptarbeit steigt aber erst nach dem Familienfest der 4. Kompanie.“

So wird hier ganz deutlich: Feste haben auch ein Nachspiel.

Info

Theo Hilligsberg ist seit 10 Jahren Chef der Vogelwiesenkommission. Ein kleines Jubiläum steht also an.

Hilligsberg war von 1999 bis 2013 Kompanieführer der 4. Kompanie („Wilddiebe“).

Die seit einiger Zeit auf der Vogelwiese installierten Skateranlagen behindern Arbeiten und Feier nicht.

Die vier kleineren Rampen wurden mit Genehmigung der Stadt für die Festzeit abgebaut, die große Rampe mit einem Absperrgitter versehen, um Unfälle auszuschließen.

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