Einblicke in spanische Berufswelt

Simone Lüke
Simone Lüke
Foto: Simone Lüke
Was wir bereits wissen
Simone Lüke war die erste Austausch-Auszubildende des Berufskollegs Hüsten im Leonardo-Programm der EU. Vier Wochen lernte sie in Spanien Land, Leute und Arbeitsleben kennen.

Hüsten..  Sie war das Versuchskaninchen: Als erste Teilnehmerin des Berufskollegs am Berliner Platz in Hüsten nahm Simone Lüke aus Wennigloh am Austauschprogramm Leonardo für Auszubildende teil. Vier Wochen ihres ersten Berufsschulhalbjahres verbrachte sie im spanischen Elda bei Alicante. „Ich konnte viele Erfahrungen sammeln, die ich nicht missen möchte“, sagt sie jetzt.

Was das Erasmus-Austauschprogramm für Studenten ist, will „Leonardo“ jungen Europäern in der Ausbildung bieten: Internationale Kontakte, Einblicke in andere Kulturen, Lern- und Arbeitswelten.

So lernte die 23-jährige angehende Industrie-Kauffrau im dritten Lehrjahr beim auf allen Märkten der Welt tätigen Arnsberger Leuchtenhersteller Trilux zunächst eine die örtliche High School in Elda und dann drei Wochen lang das Unternehmen Inescop kennen, ein Forschungsbetrieb für die Schuhindustrie. „Dort habe ich im Personalbereich gearbeitet und die Dolmetscherinnen bei kleinen Übersetzungsarbeiten unterstützt“, erzählt Simone Lüke. Zweimal die Woche Abends erhielt sie zudem Spanisch-Unterricht bei einer Spanisch-Lehrerin der High School.

Zu kurz war die Zeit: „Die Erfahrung im Ausland hat mich persönlich weitergebracht“, meint die Wennigloherin. Für eine berufliche Integration und „wirklichen Eindruck von der Mentalität, Kultur und dem anderen Land“ sei der Aufenthalt letztendlich aber zu kurz gewesen. „Ein längerer Aufenthalt jedoch kann sicherlich helfen, die beruflichen Fähigkeiten und Erfahrungen zu erweitern und diese in Deutschland einzubringen“, so Simone Lüke.

Nicht ganz einfach lief es sprachlich. Im Betrieb reicht das Alltagsspanisch für Fachgespräche nicht aus. Und auch mit Englisch kam die Berufsschülerin nicht immer weiter. „Die Spanier sind aber sehr herzlich und liebenswürdig, so dass man im Alltag super klar kam und keine Hemmungen hatte, spanisch zu sprechen, auch wenn man die Sprache noch nicht komplett beherrscht“, erzählt Simone Lüke.

Kontakte knüpfen

Das Kontakteknüpfen war so im Alltag auch leichter als im Betrieb. Hilfreich war auch die Bekanntschaft zu einem jungen Spanier, der den Leonardo-Austausch von Elda nach Arnsberg bereits absolviert hatte. Das Abendprogramm mit Unternehmungen und Tapas-Essen war so gesichert. Die Organisation passte: In Kooperation mit den spanischen Lehrern waren zuvor Flug, Unterkunft und Praktikum organisiert worden. Mit zwei anderen Auszubildenden teilte sie sich vier Wochen lang ein Appartement.

Als Ansprechpartner vor Ort standen die spanischen Lehrer bereit. Über ein Budget aus dem Leonardo-Austauschprogramm war neben Quartier, Anreise und Verpflegung auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel finanziert.