Einblicke in die Elternseele

Arnsberg..  Diese Komödie dürfte Lehrer wie Schüler gleichermaßen interessieren: Am Freitag, 27. Februar, ist „Frau Müller muss weg“ um 20 Uhr im Sauerland-Theater Arnsberg zu erleben. Unsere Zeitung sucht einen „Kulturgast“, der 1x2 Freikarten erhält und uns nachher mündlich oder schriftlich seine Eindrücke von dem Stück schildert.

Das „Knistern im Klassenzimmer“ ist auf der Bühne hautnah zu spüren, denn es ist Showdown beim Elternabend der 4b: In wenigen Monaten gibt es die Zeugnisse, die über Wohl und Wehe der weiteren Schullaufbahn entscheiden – sprich über die Empfehlung für Gymnasium, Real- oder Hauptschule. Was also tun mit einer Pädagogin, die nicht einmal merkt, dass einen Tag vor der Mathearbeit das Meerschweinchen verstarb?! Keine Frage: Die Pädagogin muss weg, ehe sie die Zukunft der Kin-der vernichtet. Schließlich kann man als ambitionierter Elternteil mit Gymnasialambition für den Sprössling nicht tatenlos abwarten, welche Entscheidung die unfähige Lehrerin fällen wird.

Doch die Pädagogin aus Leidenschaft, mit Prinzipien und Berufserfahrung, schlägt mit guten Argumenten zurück und lässt Eltern-Allianzen bröckeln.

„Bei Kindern hört der Spaß auf. Da zeigt sich, wie solidarisch eine Gesellschaft wirklich ist und wie sie mit Erfolg und Niederlagen umgeht. Da werden keine Gefangenen gemacht und keine Konzessionen“, schreibt Lutz Hübner über seine 2010 am Staatsschauspiel Dresden uraufgeführte Komödie (Mitarbeit: Sarah Nemitz). Inzwischen ist das Stück ja auch als Kinofilm mit Anke Engelke gedreht worden. Als präziser Beobachter von Gesellschaft und Gegenwart spitzt Autor Lutz Hübner hier die Klassenzimmer-Situation lustvoll zu und fördert so Amüsantes und Erschreckendes zu Tage: Schwelende Beziehungsprobleme, konträre Erziehungspositionen, Opportunismus und Eltern-Animositäten.