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Auto-Tuning

Ein zentraler Treff für die Szene

29.04.2009 | 20:17 Uhr

Stadt Arnsberg. Erst vor kurzem ist die lokale Tuningszene in die neue Saison gestartet. Dass die Tuner, die ihre Autos zu chromblitzenden Kuriositäten verändern, aber keineswegs zufrieden mit der Notlösung an der Neheimer Westfalen-Tanke sind, zeigt eine Diskussion hier auf www.derwesten.de.

Kommentar
Tuner müssten sich organisieren

Grundsätzlich ist jedermann zu Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen wie der Riggenweide berechtigt. Die Stadt entscheidet bei einem entsprechenden Antrag aber immer im Einzelfall - zumal der Beschwerden seitens einiger Anwohner. Meint die Tuning-Szene es aber ernst, ist sie selbst in der Pflicht, für Transparenz zu sorgen. Dazu wäre ein Verein mit klaren Ansprechpartnern ein erster Schritt.

Dabei wurde ein zentraler Platz - die Riggenweide in Hüsten - ins Spiel gebracht.

Markus Kaiser war bei der Saisoneröffnung an der Möhnepforte selbst dabei. Zwischen Autostaubsauger, Luftpumpe und Zapfsäule blitzte das schwarze Metall seines Lotus Super Seven Replica in der Sonne. Kaiser ist ein Verfechter eines zentralen Treffpunkts für die Tuningszene.

„Ich finde, dass die Stadt sich kooperativer zeigen könnte”, betont er und nimmt Bezug auf den Internet-Kommentar eines anonymen Verfassers. „Man könnte den Platz in Hüsten sperren und dieser Szene zur Verfügung stellen”, so der Autor. Zudem bestünde die Möglichkeit, einen mobilen TÜV mit Abnahmen und Aufklärung zu organisieren. Immerhin sei ein Oktoberfest auch möglich und im Sauerland gäbe es keine Lösung für die Tuningszene, so ein weiterer Schreiber.

Die Stadt sperrt sich derzeit aber mit Nachdruck gegen einen zentralen Platz, der von der Stadt zur Verfügung gestellt würde. „Solange das Ganze noch einen illegalen Touch hat, können und wollen wir so etwas nicht unterstützen”, sagt Stadt-Sprecher Dirk Hammel. Die Bedenken gegen die Tuningszene seien noch groß.

„Die Leute schrauben nur privat an ihren Autos herum”, so Hammel. Die Befürchtung bestehe, dass die Veränderungen gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen. Die Stadt weist die Verantwortung der Polizei zu, die Rechtmäßigkeit der Veranstaltungen zu kontrollieren.

Die wiederum möchte die Idee eines zentralen Treffpunkts wie dem Kirmesplatz in Hüsten nicht kommentieren. Grundsätzlich zweifelt Polizei-Sprecher Christian Brucherseifer den Sinn solcher Treffen zwar generell an, mit der Tuningszene an sich habe die Behörde in der Vergangenheit aber keine großen Probleme mehr gehabt. „Sie halten sich an die Vorgaben und Verkehrsregeln.” Damit entkräftet die Polizei zwar faktisch die Bedenken bei der Stadt, sieht diese aber in der Pflicht zu handeln. Wenn die Stadt einen zentralen Platz vorschlage, werde sich auch die Polizei äußern, heißt es. Am Ablauf für die Ordnungshüter würde sich auch im Falle eines zentralen Platzes aber sowieso nichts ändern.

Die Stadt sieht derweil nur einen Ausweg: Die Tuner müssten sich in einem Verein organisieren. „In dem Moment, in dem es eine normale Organisation wie zum Beispiel ,Tuning e.V.' oder ähnliches gäbe, ist das eine andere Sache”, so Hammel.

Tuner Markus Kaiser jedenfalls wüsste bereits jetzt für die Stadt einen weiteren Anreiz: einen abgesperrten Bereich mit 5 Euro für die Stadtkasse.

Von Tobias Patzkowsky

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Kommentare
28.04.2009
12:24
Ein zentraler Treff für die Szene
von flussmaster | #3

@ Ein Anwohner:

Ich fasse es auch nicht.
Als ehemaliger Bewohner von Bachum musste ich immer die Bauern ertragen - Ernte einfahren an Sonntagen und Feiertagen, Gülle auf den Feldern und damit einhergehende Geruchsbelästigung, dreckigste Strassen und Bauern die sich nicht darum kümmern dass die Straßen wieder sauber werden, Trecker die mit geschätzten 70 durch das Dorf fahren... Ist das besser?

Jetzt wohne ich in Dortmund in der Innenstadt eines Vorortes und bekomme mindestens 4 Feste pro Jahr mit, mit Blasmusik und Drehorgelspieler um 09.00h morgen am Sonntag, Wurst- und/oder Nudelbude genau unter meinem Fenster. Abends bzw. nachts auch keine Ruhe durch Betrunkene oder Auf-/Abbau von Fahrgeschäften und diversen Bühnen oder Buden.

Und, beschwer ich mich? Seien Sie froh das etwas Leben nach Hüsten kommt. Alternativ schlage ich vor: Ziehen Sie irgendwo in den Wald oder dorthin, wo kein anderer wohnt. Aber da werden Sie sicher von den Spechten gestört.

28.04.2009
10:33
Ein zentraler Treff für die Szene
von Ein Anwohner | #2

Ich fasse es nicht.
Jetzt sollen wir an der Arnsberger Strasse wieder dran glauben? Wir haben genug Lärm hier an der Strasse.
Ueber das Jahr hinweg mehrere Partys im Anglerheim, die Kirmes, Zirkus mehrmals im Jahr und jetzt ein Auto- und Schrauben- und Bassverein?
Vllt mal ne neue Stereoanlage an der Riggenweide ausprobieren? Den neuen Basstoener? Am besten so, dass alle Anlieger wieder senkrecht im Bett stehen?
Kennen wir Anwohner zu genuege. Schliesslich fahren viele Basskoeppe die Arnsberger Strasse auf und runter. Tuner moechten auch gern mal zeigen, was ihre Blechkarossen so hergeben. Genau aus diesem Grunde moechten sie auch das weite Umfeld der Riggenweide nutzen um Krach zu machen. Den anderen zeigen, was sie alles koennen. Reines Machgehabe im Blechmantel
Tuner machen auch gern mal Party. Wenn es sein muss jedes Wochenende.
Ausflugsziel fuer Autorennen gefälligst? Na bitte. Da ham wir doch was. Autokorso durch Arnsberg. An und Abreiseziel fuer PS-Geschädigte Oelwannen?
Wir Anwohner werden uns zu helfen wissen. Nicht umsonst wurde die Bürgerinitiative Lärmschutz in Huesten ins Leben gerufen.
Als einzigartige Symbiose schlage ich vor: Fahrt nach Hansi Hinterseer in den Garten.
Der wird sich freuen

Ein Anwohner

28.04.2009
09:44
Ein zentraler Treff für die Szene
von flussmaster | #1

Ich finde es eine sehr gute Idee - die Stadt hätte eine neue Attraktion, sie würde etwas einnehmen und die Tuningszene würde aus der Ecke der Kriminalität herauskommen (auch wenn sie natürlich nicht kriminell ist, viele sehen diese Szene genau dort). Man könnte Transparenz schaffen und Verständnis erzeugen. Und wenn der TÜV und die Polizei noch da wären, hätte man nen Fest für die ganze Familie. Der ADAC könnte doch z.B. mit seinem Überschlagssimulator anrollen und würde sicher etliche Fahrsicherheitstrainigs loswerden und viele Mitglieder werben können.

Auch wenn ich persönlich nicht allzuviel vom Tuning halte, finde ich es dennoch eine gute Idee, die verfolgt werden sollte.

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