Ein wichtiger Treffpunkt im Dorf

Bäckerei Jürgens in Holzen
Bäckerei Jürgens in Holzen
Foto: WP Ted Jones
Was wir bereits wissen
Die Modernisierung einer Bäckerei in Holzen ist ein starkes Signal für die Nahversorgung auf dem Dorf. Aus der Bäckerei wird auch ein kleines Café.

Holzen..  So richtig viel los ist nicht in Holzen. Das Dorf gehört zwar flächenmäßig zu den größten im Arnsberger Stadtgebiet, doch leben im Ort und auf der dazugehörigen Oelinghauser Heide nur 1979 Menschen. Holzen kämpft emsig um Einwohner und zukunftsfähige Infrastrukturen. Da kann die Modernisierung der Bäckerei im Ort ein wichtiges Zeichen sein.

Die Bäckerei Jürgens sieht auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. In Holzen ist der Hauptsitz des Handwerk-Betriebes, der nun in die nächste Generation übergeben werden soll. Und in Holzen will der Betrieb auch heimisch bleiben und von dort aus seine sieben Filialen führen. Erst im Jahr 2013 wurde die Backstube umfangreich erweitert. Jetzt ist das Geschäft modernisiert worden.

„Wir haben eine Woche umgebaut“, erzählt Chefin Vera Jürgens. In dieser Woche wurden Brötchen und Backwaren provisorisch im Zelt vor der Ladentür verkauft. Am Donnerstag stand sie um drei Uhr in der Früh auf, um sich auf die Wiedereröffnung um 5.30 Uhr vorzubereiten. Das Bäcker-Handwerk war noch nie etwas für Langschläfer.

Und dann stand sie in dem „neuen“ Laden. Die Fassade war erneuert, die Innenräume neu gestrichen, das alte Inventar komplett herausgerissen und durch moderne Ladentheke und Mobiliar ersetzt. Aus der Bäckerei wurde ein kleines Café mit ein paar Tischen und Stühlen. Auch Außen-Sitzplätze gibt es.

Das Dorf half mit. „Der Umbau ging auch deshalb so schnell, weil wir hier mit dem lokalen Handwerk aus Holzen zusammengearbeitet haben“, so Vera Jürgens. Und das Dorf genießt auch den neuen Treffpunkt im Bäckerei-Café.

„Das ist schön geworden“, freut sich Hans-Georg Linke. Der 51-jährige war vorher schon Kunde. „Jetzt kann man sich hier aber auch zum Kaffee treffen“, sagt er.

„Hier sind Leute zum Quatschen“

Erich Jürgens ist inzwischen Rentner. Er hatte die Bäckerei 1971 übernommen und 2004 an seinen Sohn Michael übergeben. Auch er staunt nicht schlecht. „Das ist sehr einladend geworden“, sagt er, „bei gutem Wetter kann man eine Wanderung unternehmen und dann ins Café gehen“. Es seien sicher immer Leute im Laden, mit denen man „quatschen kann“.

Die Bäckerei Jürgens ist ein klassischer Familienbetrieb. Noch führen Vera und Michael Jürgens den Betrieb, doch die Nachfolge-Generation sitzt schon in den Startlöchern. Sohn Sebastian (24) bestand im Jahr 2010 seine Gesellen- und schon im Jahr 2011 seine Meisterprüfung, ehe er für zwei Jahre nach Österreich ging, um seine Erfahrungen zu erweitern. Auch Tochter Lisa (21) lernte das Bäcker-Geschäft. Sie machte eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin, durfte vorzeitig in die Abschlussprüfung und wurde Prüfungsbeste im Bereich der Handwerkskammer Südwestfalen.

Von wegen nix los: Die Bäckerei öffnet wochentäglich von 5.30 bis 18 Uhr, samstags von 6 bis 12.30 Uhr und auch sonntags von 7.30 bis 10.30 Uhr. Für den Betrieb muss sich das lohnen. Für Holzen ist es auf jeden Fall ein Gewinn.