Ein Solar-Dieb hinter Gittern

Rund 10 000 Module zählt der Solarpark auf dem Spulberg in Herdringen– 250 wurden im Herbst 2014 gestohlen.
Rund 10 000 Module zählt der Solarpark auf dem Spulberg in Herdringen– 250 wurden im Herbst 2014 gestohlen.
Foto: WP

Herdringen..  Es geschah in der Nacht zum 10. Oktober 2014, als eine offenbar auf Solarmodule spezialisierte Diebesbande dem Solarpark auf dem Herdringer Spulberg einen Besuch abstattete (wir berichteten). 250 (!) Photovoltaik-Kollektoren ließen die Diebe seinerzeit mitgehen – und die Ermittlungen der Polizei sind offenbar noch im Gange. Einer der Täter sitzt seit Längerem in U-Haft.

„Der Mann, wohl ein Osteuropäer, wurde schon kurze Zeit nach dem Diebstahl festgenommen – in den neuen Bundesländern“, berichtet Matthias Kynast, „in seinem Transporter wurden gestohlene Module einer anderen Anlage gefunden.“ Im Zuge der Ermittlungen kam dann heraus, dass der Straftäter in besagter Nacht auch auf dem Spulberg dabei war. Leider gerieten die weiteren Fahndungsbemühungen der Polizei ins Stocken. „Es ist bedauerlich, dass es bisher nur diese eine Festnahme gegeben hat“, so Kynast, Initiator des Beteiligungsprojekts „Bürger Solar Arnsberg“. Schließlich sei klar, der Beutezug war das Werk einer Bande – „niemand kann sich in nur einer Nacht allein Zutritt auf das gesicherte Gelände verschaffen, so viele Module demontieren und zu Fuß zu einem abseits geparkten Transporter schleppen.“

Seine kürzlich gestellte Nachfrage bei den Behörden blieb bisher unbeantwortet. „Vielleicht ein Zeichen, dass noch ermittelt wird“, hofft der Erwitter, „der Mann hinter Gittern muss ja eigentlich nur singen...“ Einfacher gestaltet sich das Vorgehen in Sachen Beute:

„Die Module lassen sich ohne Papiere in Deutschland nicht verkaufen“, ist sich Kynast sicher, dass das Diebesgut längst neue Besitzer im osteuropäischen Ausland gefunden hat. Das sieht offenbar auch die Versicherung so. Nach Rücksprache gab es „grünes Licht“ für die An­schaffung neuer Kollektoren. Diese sind derzeit noch im Zulauf. In China geordert und per Schiff nach Europa geschafft, lagern die Ersatzmodule jetzt im ­Rotterdamer Hafen. Laut Kynast kein Pro­blem; im Solarpark sind die unbefestigten Wege momentan sehr matschig, eine Montage darum unmöglich. Ist die Anlage erst wieder begehbar, können die Module ohne viel Mühe auf den Trägern platziert und mit Halterungen befestigt werden. „Der Ertragsverlust hält sich in Grenzen – und ist außerdem versichert“, sagt Matthias Kynast. Ebenso wie die 250 gestohlenen Module, deren Gesamtwert bei etwa 60 000 Euro liegt.

Keine wirtschaftlichen Nachteile

Die Anleger der Betreibergesellschaft „Bürger Solar Arnsberg“ brauchen demnach keine wirtschaftlichen Nachteile zu fürchten. Hinzu kommt, dass die Stromproduktion im Winter ohnehin recht gering ist – und die 250 fehlenden Module machen – gemessen an der in der Anlage vorhandenen Gesamtzahl – nur ca. 2,5 Prozent aus.