Ein Paradies für Eisvögel und Gänse

So sieht es heute vor Ort aus: Die Vertreter von NAA und Umweltamt an der Ruhr. An dieser Stelle führt auch der Ruhrtal-Radweg vorbei.
So sieht es heute vor Ort aus: Die Vertreter von NAA und Umweltamt an der Ruhr. An dieser Stelle führt auch der Ruhrtal-Radweg vorbei.
Foto: WP

Oeventrop..  Sie haben viel bewegt, die Mitarbeiter der „Neuen Arbeit Arnsberg (NAA)“ – und an der Ruhr zwischen Oeventrop und Wildshausen, an der Einmündung des Bachlaufes Filscheidter Siepen, ist das absolut wörtlich zu nehmen: 11 000 Kubikmeter Lehm­boden und Kies wurden dort in den vergangenen Monaten bewegt; im Verlauf einer Renaturierungs-Maßnahme, die diesen Abschnitt des ­Flusses in einen der schönsten in ganz Arnsberg verwandelt hat.

Dieser Meinung sind auch Eis­vögel sowie Nil- und Kanada-Gänse, die sich inzwischen dort angesiedelt haben – im Bereich des lehmigen Südufers oder auf einer der neu angelegten Inseln aus Kies.

Apropos Kies – den gab es zu Beginn der Maßnahme im September 2014 an dieser Stelle so gut wie gar nicht. Beim Schürfen zwecks Feststellung der Bodenbeschaffenheit wurde nur Lehm gefunden. Doch während einer fast zeitgleich und ortsnah von den Stadtwerken Arnsberg durchgeführten Renaturierung „Im Neyl“ musste reichlich Kies abgefahren werden. Der wurde dann kurzerhand per Lkw herangeschafft und vor Ort in den Flusslauf eingebracht. Wobei „kurzerhand“ untertrieben ist. „Eine Zufahrt vom alten Industriegebiet Wildshausen ans Wasser musste mit viel Aufwand angelegt werden“, berichtet Thomas Pietz.

Er hat das Projekt umgesetzt, an dem eine ganze Reihe von Teilnehmern an „NAA-Maßnahmen“ mitgewirkt hat. Im Schnitt waren stets fünf bis sechs Arbeitskräfte vor Ort. „Trotz Wind und Wetter waren alle begeistert“, weiß Birgit Kroh. Die NAA-Geschäftsführerin war am Dienstagmorgen gemeinsam mit Erika Hahnwald (Vorsitzende NAA) und Dieter Hammerschmidt vom städtischen Umweltamt zum „Ortstermin“ gekommen. Der ebenfalls eingeladene Eisvogel blieb zwar aus, doch auch ihm dürfte das Ergebnis der nun abge­schlossenen Renaturierung ge­fallen; ebenso den örtlichen Anglern, die bei fast allen „Baustellen-Besprechungen“ dabei waren.

Was genau wurde gemacht? Das Flussbett wurde auf 400 Metern Länge um zehn bis 20 Meter verbreitert, am Südufer pflanzte die NAA 450 Erlensetzlinge ein. Weitere sogenannte „strukturelle Verbesserungsmaßnahmen“ wie Anlage eines Steilufers, Einbringen des Flusskieses und Totholzeinbau runden die Renaturierung ab. Und durch die Entnahme von Uferbefestigungen und das Anlegen der Kiesinseln hat die Ruhr jetzt wieder größere Möglichkeiten zur eigendynamischen Entwicklung.