Ein leiser Mensch, der gerne hilft
12.02.2012 | 16:02 Uhr 2012-02-12T16:02:00+0100
Arnsberg. Viele leisten ehrenamtlich einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander, für das Funktionieren sozialer Systeme. Doch statt sich mit ihrem Engagement aus jedem Fenster zu hängen, agieren sie eher still im Verborgenen. Was ihre Arbeit umso schätzenswerter macht. Einer von ihnen ist Antonius Josef Bexten. Er führt die Kleinen im Martin-Luther- und im Liebfrauen-Kindergarten in die Geheimnisse des Schachspiels ein.
Viele leisten ehrenamtlich einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander, für das Funktionieren sozialer Systeme. Doch statt sich mit ihrem Engagement aus jedem Fenster zu hängen, agieren sie eher still im Verborgenen. Was ihre Arbeit umso schätzenswerter macht. Einer von ihnen ist Antonius Josef Bexten. Er führt die Kleinen im Martin-Luther- und im Liebfrauen-Kindergarten in die Geheimnisse des Schachspiels ein.
„Der Bauer bedroht die Dame“, deutet Bexten auf die große Gefahr, die bei jedem eingefleischten Schachspieler für kräftigen Schweißfluss sorgt. Aber nicht beim kleinen Lorenzo. „Wieso denn, ich stehe doch auf Gold.“ So, wie Lorenzo mit seiner Spielfigur nicht auf Gold, sondern auf Weiß steht, so muss der 66-jährige Pensionär noch viel Geduld aufwenden, um die Kinder mit Figuren, Regeln und Taktik vertraut zu machen.
„Geschwindigkeit ist dabei natürlich nicht gefragt,“ sagt der studierte Realschullehrer und langjährige Lehrer des Kolpingbildungswerks mit den Fächern Deutsch und kath. Religion. Vielmehr müssten die Kinder zunächst einmal begreifen lernen, zu welchen Spielzügen die einzelnen Figuren überhaupt fähig sind. „Und das geht nur Schritt für Schritt. Schließlich muss ihnen diese Beschäftigung ja auch Freude bereiten.“
Schach fördert logisches Denken
Die Jungen und Mädchen jedenfalls seien mit großem Interesse dabei. Und Antonius Josef Bexten muss es wissen. Schließlich gibt er bereits seit zwei Jahren regelmäßig einmal in der Woche Schach-Unterricht im kath. Kindergarten an der Haarstraße und jetzt seit vier Wochen im Martin-Luther-Kindergarten.
Aber warum gerade Schach? „Weil ich selbst seit meiner Schulzeit am Brett sitze und auch heute noch keine Gelegenheit auslasse, mit Freunden oder Bekannten eine Partie zu spielen.“ Und diese Freude ist es, die der schwerbehinderte Arnsberger - seine linke Körperseite ist nahezu gelähmt - den Mädchen und Jungen vermitteln will. „Je früher, desto besser.“
Denn Schach, sagt der ehemalige Lehrer, fördere das logische Denken, weil jede Figur ihre ganz eigene Aufgabe habe, aber diese erst im geschickten Zusammenspiel aller Figuren auch erfüllen könne. „Dies zu begreifen, verbessert zugleich das mathematische Verständnis.“ Gute Unterstützung also für die recht bald bevorstehende Schulkarriere der Kinder.
Stets zur Stelle
So weit denken Jana, Jogo, Justin und Lorenzo im Kindergarten an der Jahnstraße derzeit aber noch nicht. Die Schule ist schließlich „weit“ entfernt. Für die Frischlinge im Königsspiel steht - und da sind sich alle einig - zunächst etwas ganz anders im Vordergrund: „Das Schlagen der Figuren“. Doch das geschieht noch nicht allzu häufig. Aller Anfang ist eben schwer. Aber Antonius Josef Bexten wird es schon richten. Zug um Zug.
Die Schachstunden in den beiden Kindergärten - „Ich habe ja als Rentner viel Zeit dafür“ - sind für den Arnsberger ganz selbstverständlich. Denn Bexten ist im sozial-gesellschaftlichen Bereich ein zwar leiser, aber sehr engagierter Mensch: Er ist ausgebildet für die ehrenamtliche Hospizarbeit, hat im Krankenhausbesuchsdienst und in der Kolpingjugendarbeit mitgewirkt und war und ist in seiner Pfarrgemeinde Liebfrauen stets da, wenn eine helfende Hand benötigt wurde und wird.
Einmal spielen über Skype
„Doch nun,“ sagt Antonius Josef Bexten, „ziehe ich mich allmählich zurück.“ Was bleibt, sind der Schach-Unterricht in den Kindergärten und sein Mitwirken als begeisterter Tenor im Propsteikirchenchor.
Aber erfüllen möchte sich der 66-Jährige noch einen ganz besonderen Wunsch: „Ich würde gerne einmal über Skype per Video Schach spielen. Zunächst muss ich mich aber in diese für mich neue Internet-Plattform einarbeiten.“ Und wenn das geschafft ist, dann findet sich ein Spielpartner oder eine Spielpartnerin. Mit Sicherheit.

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