Ein Festakt mit viel Theater und Pfiff
28.02.2010 | 17:15 Uhr 2010-02-28T05:15+0100Hüsten. Die Hüstener blickten in der Schützenhalle mit Stolz und Selbstbewusstsein auf den 650. Jahrestag der Verleihung der Freiheitsrechte zurück.
650 Jahre Freiheit Hüsten kann man dröge feiern. Muss man aber nicht. Das bewiesen die Hüstener mit einem kurzweiligen Festakt zur Erinnerung an die Verleihung der Freiheitsrechte.
Schon der Auftakt war symbolisch und imposant. Während der Musikverein Hachen die mit Pathos tragende „Hüstener Fanfare” aus der Feder von Heinz Niehaus spielte, zogen die Hüstener Vereine mit ihren Fahnen in die Schützenhalle ein.
Es war ein Demonstrationszug der Vielfalt der Vereinsaktivitäten im Ort — angeführt von der Schützenbruderschaft Hüsten, die in diesem Jahr auch ihr 575-jähriges Bestehen zu feiern hat.
Beide Jubiläen spiegelten sich schon bei der Tischdekoration in der mit geladenen Gästen voll besetzten und vielen Fahnen geschmückten Halle wider. Wer auf 650 Jahre Freiheit Hüsten anstieß und dabei tief genug ins Glas schaute, konnte die ausliegenden Hüstener Jubiläums-Bierdeckel nicht übersehen.
Zurück zum Ideenreichtum der Hüstener: Ein Festakt mit Promi-Theater hat echten Pfiff. Wenn bekannte Gesichter des Ortes die Verleihung der Hüstener Freiheitsrechte in künstlerischer Freiheit nachspielen, wissen auch all die Bescheid, worum es geht, die bei großen Festreden sonst kategorisch abschalten. Bernd Schüttelhöfer hatte ein originelles Stück geschrieben, das farbenfroh aufgeführt wurde.
Wissenschaftlich konkreter wurde Heimatforscher Werner Saure in seinem Vortrag. Er erklärte, was diese Freiheitsrechte für Hüsten seit 1360 bedeuteten. Er zitierte Satz 1 der Urkunde als wichtigste Aussage des 650 Jahre alten Dokuments: „Jedermann solle die persönliche Freiheit haben.” Dies griff auch Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel auf. Freiheit sei dort, wo sich die Starken mit den Schwachen verbinden. Dies sei im „Drehpunkt zwischen Röhr und Ruhr” im Sinne von Handel, Wandel und Verkehr über Jahrhunderte gelungen. Die vergangenen 650 Jahre seien in Hüsten von echtem bürgerschaftlichem Engagement geprägt, das Dank und Anerkennung verdiene.
Auf die humorvolle Schiene schob anschließend Festredner Pater Reinald Rickert aus der Benediktinerabtei Meschede seine Festansprache. Hüsten sei schon immer ein Ort am Wasser gewesen. Deshalb sei wohl auch Petrus als Fischer der Schutzpatron der Kirche geworden. Nach der Entdeckung der warmen Quellen am „Nass” solle nun mal über das Prädikat „Badeort” nachgedacht werden.