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Pastoraler Raum

Durch Musik zurück in die Gemeinschaft

26.02.2016 | 10:00 Uhr
Durch Musik zurück in die Gemeinschaft
Der Kirchenmusik wird auch im Pastoralen Raum Arnsberg eine hohe Bedeutung zugemessen. So soll Menschen der Zugang zum Glauben erleichtert werden.Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.   Angelika Ritt-Appelhaus ist im Pastoralen Raum Arnsberg für die Kirchenmusik verantwortlich.

Dass Kirchenmusik mehr ist als nur schönes Beiwerk, weiß man im Pastoralen Raum Arnsberg sehr genau. Deshalb wurde eine neue Stelle eingerichtet, die die Kirchenmusik vor Ort pflegen soll.

„Denn der Kirchenchor ist ein Botschafter, der eine Gemeinschaft aufbaut“, verdeutlicht Angelika Ritt-Appelhans den Stellenwert von Musik für die Kirche. Die Kirchenmusik biete Möglichkeiten, sich in der Gemeinde zu engagieren. Es sei erstaunlich, dass sich große wie kleine Chöre so regelmäßig treffen würden, um dann nicht nur gemeinsam zu singen, sondern auch, um sich nur persönlich auszutauschen.

Über den Kirchenchor würden so Menschen der Gemeinschaft wieder näher gebracht, die sich von ihr entfernt hätten. Gerade Kunst spreche Menschen an. Außerdem sei Singen ein schönes Hobby, bei dem man „alles drum herum vergisst“.

Seit Oktober 2015 bekleidet Angelika Ritt-Appelhans im Pastoralen Raum die neu geschaffene Stelle des Kirchenmusikers, auch Leuchtturmstelle genannt. Ritt-Appelhans’ musikalische Aufgabe teilt sich in drei Felder auf: Ein Teil ist Organisation, ein weiterer besteht darin, selbst Musik in die Kirche zu bringen - so spielt Angelika Ritt-Appelhans in Propstei- und Liebfrauenkirche Orgel - und der dritte Teil ihres Aufgabenspektrums ist die Leitung verschiedener musikalischer Gruppen wie den Kirchenchören Heilig Kreuz und Liebfrauen.

„Signal für Kultur setzen“
Gemeinden und Bistum teilen sich die Kosten

Im gesamten Erzbistum Paderborn gibt es bisher etwa 30 sogenannte Leuchtturmstellen, davon fünf im Sauerland.

Diese Leuchtturmstellen werden zu 50 Prozent vom Erzbistum Paderborn unterstützt, um die Kirchenmusik im Bistum zu fördern.

Die andere Hälfte der Kosten tragen die Gemeinden.

Es ist laut Hubertus Böttcher geplant, die neu gewonnene Musikqualität allen zugänglich zu machen und regelmäßig Konzerte zu organisieren.

Damit soll „ein Signal für die Kultur“ gesetzt werden.

Darüber hinaus versucht sie, die Arbeit der verschiedenen Gemeinden „im Bereich der Kirchenmusik zu bündeln“, um so die jeweiligen musikalischen Möglichkeiten zu erweitern. „Ich freue mich über die Aufgabe und habe Spaß an dem, was ich tue“, stellt Angelika Ritt-Appelhans fest.

Die 54-Jährige Arnsbergerin studierte Kirchenmusik, Orgel und Cembalo in Köln und Paris. Seit 1986 spielt sie Orgel in Liebfrauen. Nachdem sie ihre vier Kinder großgezogen hat, bot sich mit der Leuchtturmstelle die Chance, in ihrem Spezialgebiet tätig zu werden. „Ich habe Kirchenmusik studiert, um für die Kirche zu arbeiten.“

Propst Hubertus Böttcher ist froh, dass es gelungen ist, die Stelle trotz „einigem Überzeugungsbedarf“ für den Pastoralen Raum zu schaffen. Zwar werden 50 Prozent der entstehenden Kosten vom Erzbistum übernommen, aber die verbleibenden 50 Prozent seien für die Gemeinden eine große Summe. „Die Gemeinden befinden sich in einem Zeitalter, in dem sie sehr auf das Geld schauen müssen“, so Böttcher. Einige Gemeinden sparten heute zuerst an der Musik, zum Beispiel durch Orgelautomaten.

Ein anderer Zugang zum Glauben

„Wir haben uns zusammengetan, um uns gemeinsam etwas zu leisten, was wir uns alleine nicht hätten leisten können“, sagt der Leiter des Pastoralen Raums. Man investiere dabei in Qualität und nicht nur in Funktionalität. Und mit Angelika Ritt-Appelhans habe man die richtige Besetzung für diese Stelle gefunden: „Ihre Musik hat eine sehr hohe Qualität. Nur sehr wenige Leute im Sauerland können so eine Kirchenmusik spielen“, weiß Hubertus Böttcher. „Und wir erleben eben, dass viele Menschen durch Schönes einen Zugang zu Gott bekommen.“

Kirchenmusikerin Angelika Ritt-Appelhans

Denn die Musik ermögliche es den Menschen, die Religion auf anderer Ebene wahrzunehmen. Viele würden heute nach „Dingen suchen, die in die Tiefe gehen“. Hinzu komme, dass Menschen Musik wie ein Event erleben wollen. Das schafft ein Orgelautomat nicht: „Die Menschen spüren das.“

Christopher Lang

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2016-02-26 10:00
Arnsberg