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Sauerland-Museum II

Dominanz in der Stadtsilhouette wird bewahrt

04.03.2016 | 08:00 Uhr
Dominanz in der Stadtsilhouette wird bewahrt
Ein Modell zeigt die Gestalt der künftigen Museumserweiterung.

Arnsberg.   Bei der Museumserweiterung wird die städtebauliche Dominanz des Lansberger Hofes nicht beeinträchtigt.

Die Würfel sind gefallen: Die Planungsphase für das Regionale-Leuchtturmprojekt Erweiterung des Sauerland-Museums zu einem „Museums- und Kulturforum Südwestfalen“ ist abgeschlossen. Jetzt geht es an die Umsetzung, deren Ziel - wie berichtet - die Eröffnung des Neubaukomplexes an der Ruhrstraße im April 2019 ist. Deshalb sollen noch in diesem Jahr die Bagger in Aktion treten.

Nach dem angesichts der drohenden Kostenexplosion in der ursprünglichen Variante mit einer unterirdischen Verbindung zwischen Alt- und Neubau der Kreis auf die Bremse getreten hatte, hat das Stuttgarter Architekturbüro Bez + Kock einen neuen Entwurf vorgelegt, der auf große Zustimmung stößt. In diese Neuplanung eingeflossen, sagt Landrat Dr. Karl Schneider, seien auch Anregungen aus einer Bürgerversammlung. „Alles konnte natürlich nicht umgesetzt werden. Aber jetzt liegt ein hervorragendes Ergebnis vor, das in jeder Hinsicht für Arnsberg zu einer Bereicherung wird.“

Damit gestaltet sich das Museumsprojekt wie folgt:

Der Landsberger Hof wird wie vorgesehen saniert, der Neubau entsteht an dem Hanggrundstück zwischen Altbau und Ruhrstraße. Der Besucherzugang des gesamten Museums erfolgt weiterhin vom Alten Markt aus. So wird das Erweiterungsgebäude durch den Altbau erschlossen. Was aber noch einen anderen Grund hat: „Durch diese Lösung lenken wir die Besucher gezielt auf den Alten Markt,“ so Museumsleiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein. „Damit wollen wir zur Belebung der Altstadt beitragen.“

Das Modell aus anderer Perspektive. Foto: Iris Mackh

Helle Natursteinfassade

In den um etwa 15 Meter abfallenden Hang am Fuße des Landsberger Hofes wird der Neubau platziert, der von Süden nach Norden in drei Stufen von der Ruhrstraße bis auf die Ebene des 1. Untergeschosses des Landsberger Hofes ansteigt. Hier werden dann Alt- und Neubau mit einer Brücke mit großen Panoramafenstern verbunden. Der große Ausstellungssaal des terrassenförmig angelegten Neubaus mit 300 qm befindet sich auf der Ebene der Ruhrstraße. Im Geschoss darüber ist der Multifunktionssaal mit mehr als 170 qm und darüber ist noch ein kleiner Ausstellungsraum mit gut 50 qm. Das Dach der unteren Etage ist öffentlich zugänglich. Auch von der Englischen Promenade aus.

Zwar reduziert sich nun die Ausstellungsfläche von ursprünglich 700 auf nun 520 qm, doch dies, so Schulte-Hobein, tue der Sache keinen Abbruch: „Wir können auch hier große und werthaltige Sonderausstellungen von überregionaler Bedeutung anbieten.“

Viel Planungsarbeit
10 000 Architektenstunden stecken in den Planungen

10 000 Architektenstunden stecken in den bisherigen Planungen der Museumserweiterung.

7000 im ersten Entwurf, 3000 im dem jetzt vorgelegten endgültigen Projekt.

Zudem biete die Nordfassade eine hervorragende Möglichkeit, mit einem plakativen Banner auf die jeweiligen Ausstellungen hinzuweisen. „Damit alle, die in die Stadt einfahren, sofort erfahren, was hier geboten wird.“

„Das schrittweise ansteigende Volumen ermöglicht es, die Dominanz des Landsberger Hofes in der Stadtsilhouette zu wahren und doch ein bemerkenswertes Zeichen zu setzen,“ begründet Architekt Martin Bez die Form der Ausführung. Die Fassade des Neubaus wird mit Naturstein verkleidet - entweder mit hellbraunem Gauinger Travertin oder dem etwas dunklerem Mooser Muschelkalk. Der Baukörper selbst ist - wie für Museen üblich - eher sparsam mit Fenstern versehen. Weil ständig wechselnde Lichtverhältnisse das Betrachten von Kunstwerken beeinträchtigen.

Massiv beschleunigt, so Martin Bez, würden jetzt die Arbeiten im Altbau, damit dieser schnellstmöglich wieder in Betrieb gehen könne. Die Baugrube für den neuen Komplex soll möglichst noch im Oktober angelegt werden, „damit nach Winterende im Februar 2017 die Arbeiten richtig anlaufen können“.

In diesem Zusammenhang brach Jürgen Schulte-Hobein eine Lanze für den Landsberger Hof: „In der ganzen Diskussion geht der Altbau etwas unter. Dabei richten wir dort mit modernsten Medien eine völlig neu konzipierte Dauerausstellung mit thematischem Bezug auf das gesamte Sauerland ein.“

Achim Gieseke

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2016-03-04 08:00
Arnsberg