Diskussions-Kultur mit Verantwortung für die Gemeinde

Diskussion muss sein. Und geteilter Meinung kann man zu den Bauplänen rund um das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Neheim wahrlich sein. Das aber ist gar nicht das entscheidende Problem, auch wenn es für die Gemeinde zu einer Belastungsprobe werden kann.


Bedenklich ist das Bild, dass die Gemeinde in der Außendarstellung hinterlässt. Bei Vorüberlegungen, Planungen und auch dem Verkauf des Grundstückes, auf dem das alte Gemeindehaus steht, spiegelte sich ein Bild von fehlender Transparenz, Kommunikationspannen und persönlicher Anfeindungen von Beteiligten wider.


Kritiker und Verantwortliche präsentierten sich bis jetzt schon als unversöhnlich und wenig kompromissbereit. Für alle weiteren Verfahrensschritte, die nun ein möglicherweise zu moderner Neubau in einem historischen Städtebauensemble mit sich bringt, verheißt das nichts Gutes. Die angekündigte Klage gegen die Baugenehmigung (und ja gut, dass es diese Rechtsmittel gibt) ist nur ein Vorgeschmack auf das, was auf die Neheimer Gemeinde noch zukommen kann.


Es gibt noch reichlich Gesprächsbedarf. Auf die Info-Veranstaltung nach dem Gottesdienst am 22. Februar darf man gespannt sein. Sie sollte der Auftakt zu einem offenen Dialog über alle Vorhaben sein – sowohl gemeinde-intern als auch mit Blick auf Nachbarn.


Die Kirchen – egal, ob katholisch und evangelisch – haben aus vielen nicht hier vor Ort zu verantwortenden Gründen aktuell schon genug Probleme in ihrer Außendarstellung. Über zielführende Diskussionskultur hinausgehende Streitereien innerhalb und um die Gemeinde herum, fehlen da gerade noch im Stimmungsbild. Ganz klar: Das Was und Wie rund um die Gemeindehaus-Planungen wird gründlich besprochen und moderiert werden müssen.


Auf den guten Stil wird es aber angekommen. Und hier stehen Beteiligte auf allen Seiten in einer besonderen Verantwortung. Sonst gibt’s es am Ende nur einen echten Verlierer: Das Ansehen der evangelischen Gemeinde Neheim.