Digitaler Schulunterricht – FDP-Chef Lindner besucht das FSG

Was wir bereits wissen
Das Franz-Stock-Gymnasium in Neheim hat sich einen Ruf als Vorreiter für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht erarbeitet. FDP-Chef Christian Lindner besuchte die Schule, um das Digitalkonzept kennenzulernen.

Neheim.. Das Franz-Stock-Gymnasium in Neheim (Stadt Arnsberg) hat am Donnerstag Besuch aus der Politik erhalten. Der Chef der Bundes-FDP, Christian Lindner, hat der Schule seine Aufwartung gemacht, um sich über das Digitalkonzept des Neheimer Gymnasiums zu informieren. Das FSG hatte in jüngster Zeit durch seinen progressiven Einsatz von digitalen Medien im Schulunterricht für positives Aufsehen gesorgt – und zwar weit über die Stadtgrenzen Arnsbergs hinaus.

Mathelehrer setzt auf Tablets im Unterricht

So war beispielsweise der Mathelehrer Maximilian Wahner vor wenigen Wochen beim Bundekongress des MNU-Verbandes mit einem Preis für innovative Ideen ausgezeichnet worden. Wahner setzt bei älteren Jahrgängen konsequent auf den Einsatz von Tablets im Unterricht, um Inhalte besser und vor allem intensiver zu vermitteln.

Interview Und so erfuhr FDP-Chef Lindner bei seinem Schulbesuch, wie selbstverständlich Beamer, Apps, Smartphones und Dokumentenkameras an dem Gymnasium mittlerweile in den Unterricht integriert sind. Die Schüler der älteren Jahrgänge kommunizieren mit manchen ihrer Lehrer zur Hausaufgabenbetreuung in WhatsApp-Gruppen, speichern Schulmaterialien in der Cloud ab und erstellen im Unterrricht sogar eigene Videos, um sich den Stoff anzueignen.

Auch die Vermittlung von Medienkompetenz, zum Beispiel der empathische Umgang der Jugendlichen untereinander in sozialen Netzwerken oder aber Kenntnisse zum Datenschutz, sind wichtige Bestandteile des FSG-Lehrplans.

Bildung Die Schule ist sich – trotz aller Fortschrittlichkeit – jedoch durchaus bewusst, dass die Technik lediglich ein Werkzeug darstellt, das zwar Vorteile bietet, aber: „Guter oder schlechter Unterricht steht und fällt nicht damit, dass ich ein Smartphone einbringe“, betont Jenny Radzimski-Coltzau, die an der Schule für die Mediendidaktik zuständig ist. Entscheidend seien die Inhalte, das Medium könne lediglich unterstützen, sagt sie.

Lehrerverband gegen weitere Digitalisierung der Schulen

Damit begegnet die Lehrerin indirekt einem Vorwurf, der zum Beispiel vom Deutschen Lehrerverband ausgesprochen wurde. Dieser wehrt sich vehement gegen die weitere Digitalisierung der Schulen. „Die digitalen Medien dürfen die klassischen Printmedien nicht ersetzen“, sagte Verbandsvorsitzender Josef Kraus. Es ginge schließlich um die Erziehung mündiger Bürger und nicht vorrangig um Technikaffinität.