Diebesbande gesteht die Tatserie

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Was wir bereits wissen
Eine Diebesbande trieb ihr Unwesen im Stadtgebiet Arnsberg und schwerpunktmäßig in Wennigloh. Jetzt standen die vier Männer vor Gericht.

Arnsberg..  Die lange Anklagebank im großen Gerichtssaal war zu kurz, sie musste verlängert werden. Schließlich sollten dort vier Angeklagte, vier Rechtsanwälte und eben so viele Dolmetscher Platz nehmen. Die vier Angeklagten, alle Georgier, 23, 25 und 36 Jahre alt, waren vor dem Schöffengericht wegen gewerbsmäßigen, gemeinschaftlichen schweren Diebstahls angeklagt.

Tatort-Schwerpunkt Wennigloh

Zwei von ihnen haben in Deutschland einen festen Wohnsitz, die beiden anderen waren erst einen Monat vor der Begehung der Straftaten eingereist. Laut Vorwurf des Staatsanwaltes waren sie Anfang des Jahres in fünf Fällen in Garagen – zwei von denen waren unverschlossen – eingedrungen und hatten große Mengen Werkzeuge, Maschinen und andere hochwertige Gegenstände mitgehen lassen. In einem Fall schlugen sie die Seitenscheibe eines zur Urlaubsfahrt bereit gestellten Pkw ein und stahlen die gepackten Koffer.

Ihre Tatorte verteilten sich auf ganz Arnsberg, wobei ihr Schwerpunkt in Wennigloh lag. Dort waren sie aufmerksamen Anwohnern aufgefallen, als gegen Mitternacht ein Pkw-Combi mehrfach zu einem am Sportplatz abgestellten Kleintransporter fuhr und dort etwas umgeladen wurde. Der Pkw fuhr mehrfach ins Dorf, um das „Spielchen“ zu wiederholen. Die benachrichtigte Polizei kreiste die Verdächtigen mit mehreren Streifenwagen ein, nahm die vier Männer widerstandslos fest und sorgte für deren Verhaftung. Die Beutestücke konnten überwiegend den Geschädigten ausgehändigt werden.

Die Männer legten vor Gericht ein Geständnis ab, viel zu leugnen gab es nicht. Die drei Jüngsten sagten aus, vorgehabt zu haben, die Gegenstände zu verkaufen. Der Älteste hatte angeblich vor, die Sachen in ihre Heimat zu bringen und selbst nutzen zu wollen.

„Haben sie dort einen so großen Garten“, zweifelte der Vorsitzende Richter. Der 36-Jährige versuchte durch diese Aussage von dem strafverschärfenden Kriterium der Gewerbsmäßigkeit weg zu kommen. Seine dahin gehende Aussage war jedoch unglaubwürdig und brachte ihm letztlich nicht den erhofften Vorteil. Nur der älteste Angeklagte ist in Deutschland vorbestraft. Seine Eintragungen sind allesamt einschlägig.

Zehn Monate Bewährung

Der Staatsanwalt: „Hier kommen nur Freiheitsstrafen infrage“. Das Gericht verurteilte den vorbestraften 36-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten und die anderen zu einer solchen von jeweils zehn Monaten auf Bewährung.