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Die Kanzlerin will den fetten Schützenvögeln helfen

12.03.2013 | 18:28 Uhr
Die Kanzlerin will den fetten Schützenvögeln helfen
Christdemokraten, die eigenen Parteifreunde, zeigen der Bundeskanzlerin am Dienstag im Kanzleramt den Vogel.Foto: privat

Berlin/Arnsberg.   Im Streit um eine neue Richtlinie für Schützenvögel bekommen die Schützenbrüder offenbar Unterstützung von der Bundeskanzlerin: Eine Delegation südwestfälischer CDU-Abgeordneter machte sich am Dienstag bei Angela Merkel für traditionelle Schützenvögel stark - und war anschließend positiv gestimmt.

Das hat Angela Merkel nicht jeden Tag. Christdemokraten, die eigenen Parteifreunde, zeigen der Bundeskanzlerin am Dienstag im Kanzleramt den Vogel buchstäblich und leibhaftig. Ein prächtiges Exemplar. Die CDU-Chefin hält den rechten Flügel mit der linken Hand beim Fototermin fest. Schon sind wir mitten im Thema.

Das Bundesinnenministerium, an der Spitze der CSU-Mann Hans-Peter Friedrich, hat schließlich mit einer neuen Schießstandrichtlinie den Vogel abgeschossen. Ohne die traditionellen Schützenverbände zu hören, verordnet das Ministerium dem Schützenvogel eine Diät: bundesweites Abspecken an Bauch und Brust, von 200 auf 80 Millimeter Durchmesser.

Vom grünen Tisch aus. Einfach so. Gedankenlos. Warum? Weil, so die Begründung, Sicherheit vor Schusshäufigkeit geht. Adressat sind die Sportschützen, getroffen sind die Schützenbrüder.

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Es ist eine lange Tradition in der Region: Das Vogelschießen beim Schützenfest. Doch an dieser wird mit der neuen Regelung des Bundesinnenministeriums gekratzt. Der Holzvogel darf demnach nur noch acht Zentimeter dick sein. Der Westfälische Schützenbund befürchtet sogar das Ende der Tradition.

Doch die Ministerialbürokratie in der Hauptstadt hat die Rechnung ohne die Schützen gemacht. Ein kollektiver Aufschrei, stimmgewaltig von der Westfalenpost unterstützt, lässt die irrwitzige Richtlinie offenbar bald wieder für immer in der Schublade verschwinden.

Klaus Kaiser ist nach dem Gespräch mit Merkel guten Mutes

Der CDU-Landtagsabgeordnete aus Neheim und Chef der CDU-Südwestfalen, Klaus Kaiser, ist nach der einstündigen Unterredung mit der Kanzlerin guten Mutes. „Ich gehe davon aus, dass es im Sinne der Schützen eine schnelle Lösung gibt“, sagt er auf dem Rückweg im Zug von der Spree an die Ruhr. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Kanzlerin über die enormen Auswirkungen des geplanten Erlasses auf die Schützentradition unserer Heimat aufzuklären.“ Von der Kanzlerin zeigt er sich beeindruckt. „Sie ist im Thema.“

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Die Debatte um kleinere Schützenvögel sorgt im Sauerland für Entrüstung. Das hat jetzt auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg bei einem Besuch bei Esloher Parteifreunden erfahren. Die wollen gegen die Pläne im Bundes-Innenministerum "auf die Barrikaden gehen".

Dass ein abgemagerter Schützenvogel einmal ein Thema unter Christdemokraten sein wird, das hat auch Kaiser überrascht. Um die Bedeutung des Vogelschießens auf den Schützenfesten der Region zu unterstreichen, bekommt Merkel als Gedächtnisstütze diesen stattlichen Vogel an die Hand. Kaiser bei der Übergabe: „Das ist ein stolzer südwestfälischer Schützenadler, der nicht durch die Berliner Bürokratie gerupft werden darf.“

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Kommentare
14.03.2013
09:16
Die Kanzlerin will den fetten Schützenvögeln helfen
von ichsehdasgerne | #24

dafür sollte der Vogel beim nächsten Fest einen ********** tragen.

13.03.2013
15:56
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #23

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.03.2013
12:43
Die Kanzlerin will den fetten Schützenvögeln helfen
von siebert2 | #22

wenn sich die herren mal so nachhaltig für den gesetzlichen mindestlohn eingesetzt hätten. aber nein schützenvogel.man muss es sich mal auf der zunge zergehen lassen.einige herren sind immer dabei wenn eine kamera in der nähe ist. sei es schützenvogel oder neue toilettenanlage.echt arbeitsam und vor allen dingen nachhaltig für die menschen.

13.03.2013
12:39
Die Kanzlerin will den fetten Schützen vögeln helfen
von ferdi23 | #21

Weitere Probleme haben wir wohl nicht?

13.03.2013
12:31
Die Kanzlerin will den fetten Schützenvögeln helfen
von wolfgang123 | #20

Da versucht die CDU die schwarz-güne Koalition vorzubereiten: Ganz nach Motto der grünen reguliert die CDU Dinge, aus denen sich der Staat raushalten sollte.

13.03.2013
12:22
Die Kanzlerin will den fetten Schützenvögeln helfen
von Tsche_Gewara | #19

Ich bin selbst begeisterter Schütze, aber wer auf diese Art von billigster Wahlpropaganda reinfällt, hat den Vogel wohl eher im Kopf und nicht an der Vogelstange!

13.03.2013
12:20
Die Kanzlerin will den fetten Schützenvögeln helfen
von Bumsfallera | #18

Ist doch schön das sich die Kanzlerin um sowas kümmert.
Dann kann sie woanders nicht soviel Mist verzapfen.
Man sollte alle Politiker mit mehr unsinnigen Müll zuschütten, dann können sie nicht soviel Politik machen und uns Veräppeln.

13.03.2013
11:51
Die Kanzlerin will den fetten Schützenvögeln helfen
von Ray62 | #17

Ich gehe mal davon aus das Frau Merkel erkannt hat, das die in letzter Zeit von vielen Gruppen geforderten Überregulierungen besonders bezüglich freien Lebensgestaltung begrenzt werden müssen.

Man muss ja nicht ein überzeugter Anhänger der Brauchtums-Schützen sein.
Leben und leben lassen ist aber sicher besser, als dauernd andes denkenden mit Verboten und Gesetzen das Hobby verbieten oder einzuschränken zu wollen.

Mit mehr Toleranz und Gelassenheit, ohne andauernde verbissene, ideologische Grabenkämpfe würde sich unsere Gesellschaft sicher schneller und vor allem für uns alle positiver entwickeln.

13.03.2013
11:06
Die Kanzlerin will den fetten Schützenvögeln helfen
von torque | #16

Ist eigentlich schon der 1 April?

13.03.2013
10:53
Die Kanzlerin will den fetten Schützenvögeln helfen
von wohlzufrieden | #15

Ja, da sieht mal wieder, wer einen Vogel hat...

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