Die Fahrkunden bleiben weg

Der große Kreisverkehr am Knoten Brückenplatz/Rumbecker Straße soll
Der große Kreisverkehr am Knoten Brückenplatz/Rumbecker Straße soll
Foto: Ted Jones

Arnsberg..  Die Geschäfte im vorderen Bereich der Clemens-August-Straße klagen teils über drastische Umsatzrückgänge aufgrund der Bauarbeiten am großen Kreisverkehr Rumbecker Straße/Brückenplatz und der damit verbundenen Umleitung über Kurfürsten- und Seißenschmidtstraße in Einbahnregelung. Aber eine andere Möglichkeit der Verkehrslenkung gibt es nicht. Die Stadtwerke versprechen, alles dafür zu tun, um die Arbeiten fristgerecht abschließen zu können. Und da sieht es gut aus.

„Ich habe volles Verständnis für die Probleme der Geschäftsleute,“ erklärte Wolfgang Schomberg als Leiter für Straßen- und Brückenbau bei den Stadtwerken, „doch leider können wir da nicht mit Änderungen in der Verkehrsführung helfen. Wir befinden uns derzeit eben in der schwierigsten Phase der gesamten Innenstadtsanierung, weil durch den Bau des großen Kreisels unter anderem auch die Clemens-August-Straße nicht mehr wie gewohnt von der Innenstadt her angefahren werden kann.“

Doch schon Ende der Sommerferien, spätestens Ende August sei man so weit, den Knoten Brückenplatz/Rumbecker Straße zunächst wieder in Richtung Rumbecker Straße und Hellefelder Straße für den Verkehr zu öffnen. „Nur leider noch nicht die Einfahrt in die Clemens-August-Straße. Das wird wohl bis Ende September, Anfang Oktober so bleiben.“ Damit sei man aber weiter voll im „ohnehin schon sehr eng gesetzten Zeitplan. Und nach dieser Öffnung des Knotens in die beiden oben genannten Fahrtrichtungen geht es mit Hochdruck an die Fertigstellung der Clemens-August-Straße“.

„Die Zeit ist für uns äußerst hart“

Natürlich, so Schomberg, erkenne er das Problem, dass gerade die Lauf- oder besser Fahrkundschaft wegbreche, die mal eben schnell in die Geschäfte springen würde, um sich mit zum Beispiel Fleisch- oder Backwaren einzudecken. Doch hier müsse man einfach auch an die Kunden appellieren, trotz schwieriger Situation den dortigen Geschäften die Treue zu halten.

Seit Februar, beklagt so Bäckermeister Matthias Kemper, seien in seinem Betrieb Umsatzeinbußen von rund 20 Prozent zu verzeichnen. „Unsere Stammkunden kennen den Weg, aber mit der Sperrung der Clemens-August-Straße für den Durchgangsverkehr sind nahezu alle Kunden weggebrochen, die sich morgens, mittags oder nachmittags auf dem Weg zur und von der Arbeit versorgen.“ Aber der Umsatz, so Kemper, müsse bei einem Betrieb mit 26 Angestellten stimmen. „So aber werden wir den Zeitvertrag eines Mitarbeiters leider erst einmal nicht verlängern können.“

Ähnlich ist die Lage zum Beispiel bei den Fleischereien Wirth und Mevenkamp, die ebenfalls den Verlust der oft auch spontanen Fahrkundschaft beklagen. Letzterer musste sogar aufgrund der Einbrüche einen Gesellen entlassen. Dennoch unterstreichen alle drei Geschäftsleute die Wichtigkeit der Innenstadtsanierung für Arnsberg. „Doch die Zeit bis zur Fertigstellung ist für uns alle hier äußerst hart,“ fasst Matthias Kemper zusammen. Unter dem Strich sind damit - wie auch schon auf dem Brückenplatz - die Arnsberger gefordert, die Geschäfte zu unterstützen. Als Beitrag zum Erhalt der innerstädtischen Angebotsvielfalt.

Kleiner Kreisel bald frei für Verkehr

Eine frohe Botschaft hat Wolfgang Schomberg aber im Rucksack: „In etwa 10 Tagen wird der kleine Kreisverkehr am Schützenhof sowie der gesamte dortige Bereich wieder für den Verkehr freigegeben.“ Die Betonstruktur des kleinen Kreisels stehe, die Asphaltschicht sei aufgetragen. „Nun muss das Material nur noch aushärten und es stehen noch einige Restarbeiten an. Dann kann der Verkehr hier wieder fließen.“

Zuversichtlich ist Wolfgang Schomberg auch in Sachen Clemens-August-Straße: „Ich bin sicher, dass auch dort alles wie geplant zügig über die Bühne gehen wird.“