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Bezirksregierung Arnsberg

Die Bezirksregierung Arnsberg feiert ihren 200. Geburtstag

29.02.2016 | 22:00 Uhr
Die Bezirksregierung Arnsberg feiert ihren 200. Geburtstag
200 Jahre Bezirksregierung Arnsberg: Regierungsvizepräsident Volker Milk , Regierungspräsidentin Diana Ewert und der Landrat des Hochsauerlandkreises, Karl Schneider (von rechts).Foto: Matthias Graben

Arnsberg.   Arnsberg liegt in Sibirien - zumindest dachten sie das in Berlin. 200 Jahre ist das jetzt her. Jetzt feiert die Bezirksregierung Geburtstag.

Ehrlich? Wenn die Sprache auf die Bezirksregierung Arnsberg kommt, gibt es keine Begeisterungsstürme. Wer sich selbst als Bündelungsbehörde bezeichnet, darf nicht damit rechnen.

Verwaltung ist eben so. Nüchtern und trocken. Dass die amtierende Regierungspräsidentin Diana Ewert (SPD) von ihrem Haus bezuckert ist, wundert nicht: „Wenn es die Bezirksregierung nicht geben würde, müsste man sie erfinden.“

Mit ihrer Meinung steht sie nicht alleine da. Selbst Karl Schneider (CDU), Landrat des Hochsauerlandkreises, bekennt: „Ich bin vom Saulus zum Paulus geworden.“ Wie wichtig Arnsberg sei, habe sich bei der Regionale 2013 erwiesen. „Die Bezirksregierung war ein wichtiger Vermittler bei der Abwicklung der Förderprogramme. Hier erreiche ich schneller einen kompetenten Gesprächspartner als im Ministerium.“

Abschaffung ohne Grundlage

Viel Lob für eine Verwaltung, die als der verlängerte Arm der Landesregierung gilt. Gleichwohl, in der Diskussion um eine straffe Verwaltung taucht regelmäßig der Wunsch aus der Politik auf, die Behörde aufzulösen. Ganz gleich, ob der Ministerpräsident Clement (SPD) oder Rüttgers (CDU) hieß. Aktuell gibt es diesbezüglich keine Bewegung.

Die Regierungspräsidentin: „Hannelore Kraft hat sich für den Bestand ausgesprochen.“ Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel (CDU) überrascht dieses Hin und Her nicht mehr. „Für mich fällt das in die Abteilung Symbolpolitik. Wenn es um die Einsparung von Personal im öffentlichen Dienst werden gerne die Bezirksregierungen genannt.“

Aufarbeitung der Nazi-Zeit

Arnsberg sei mit der Bezirksregierung groß geworden: „Die Stadt profitiert, neben dem Beschäftigungsfaktor, von den Investitionen der Behörde. Das sind jährlich 25 Millionen Euro“, sagt der 59-Jährige. Nicht nur er muss schmunzeln, als Dr. Jürgen Schulte-Hobein, Leiter des Sauerland-Museums, erzählt, bei der Standortsuche vor 200 Jahren sei Arnsberg aus Gründen der Unkenntnis von Berlin aus nach Sibirien verlegt worden. „Nicht die einzige lustige Anekdote, die sich um die Geschichte der Bezirksregierung rankt.“ Im Museum soll sie in einer Ausstellung „leicht verständlich und volksnah dargestellt werden“.

Zum ersten Mal sollen Historiker die Rolle der Behörde in der Nazi-Zeit aufarbeiten. Hier klafft bislang ein Lücke. Ewert: „Wir dürfen den Blick nicht vor den dunklen Seiten verschließen.“ Betreut wird das Vorhaben von der Wissenschaftlern der Universität Münster.

Ein großes Stadtfest zum Geburtstag, einen Festakt zum Jubiläum wird es nicht geben. Die Zeiten sind nicht so. Intern wird an einem Nachmittag gefeiert, „um einmal Luft zu holen“, wie Ewert es formuliert. Die Bewältigung der Flüchtlingskrise fordert die Mitarbeiter im Haus heraus. Ehrlich.

Joachim Karpa

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2016-02-29 22:00
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