Die Abbruchbirne kommt

Das alte Hallenbad am Feauxweg weist die klassische Architektur der frühen 60er Jahre auf. Eine privatwirtschaftliche Folgenutzung konnte jedoch nicht gefunden werden - jetzt folgt der Abriss.
Das alte Hallenbad am Feauxweg weist die klassische Architektur der frühen 60er Jahre auf. Eine privatwirtschaftliche Folgenutzung konnte jedoch nicht gefunden werden - jetzt folgt der Abriss.
Foto: WP Ted Jones

Arnsberg..  Die Zeit der Diskussionen und der Suche nach einer Nachfolgenutzung ist vorbei: Im kommenden Frühjahr wird das alte Hallenbad am Feauxweg abgerissen. Das genaue Datum, an dem der Bagger die Abbruchbirne schwingt, steht allerdings noch nicht fest. Die kompletten Abrisskosten werden in der Verwaltung mit rund 250 000 Euro beziffert.

„Der Abrissantrag ist schon heraus,“ erklärte Walter Dolert als Fachdienstleiter des Immobilien-Service der Stadt Arnsberg. Erforderlich für die Genehmigung durch den Hochsauerlandkreis sei jedoch eine Untersuchung einzelner Bauteile auf Schadstoffe. Und hier die mögliche Kontamination mit Chlorgas, das die Eigenschaft habe, in manche Baustoffe einzuziehen. „Wir haben aber bereits ein Speziallabor mit der Prüfung beauftragt.“

Mit einem Ergebnis ist laut Dolert erst in zwei bis drei Wochen zu rechnen. „Deshalb können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen konkreten Zeitplan festlegen. Unser erklärtes Ziel ist aber der Abriss noch im Frühjahr.“

Schadstoff-Untersuchung

Sollten tatsächlich Schadstoffe in einzelnen Gebäudebestandteilen gefunden werden, müssten diese als Sondermüll hochwertig entsorgt werden. Was sich dann negativ auf die Abrisskosten auswirken würde. „Aber gehen wir mal davon aus, dass es sich in Sachen einer möglichen Chlorgas-Kontamination nur um eine Luftblase handelt,“ gibt sich Dolert optimistisch.

Grundsätzlich sei geplant, alle Gebäudeteile zu recyceln und einer Wiederverwertung zuzuführen. Die noch in Resten vorhandene Saunaanlage lasse sich übrigens nicht mehr nutzen. Dolert: „Das ist nur noch Müll.“ Für den Abriss selbst rechnet man im Fachdienst Immobilien-Service mit einer Dauer von zwei bis drei Wochen.

Walter Dolert und Stadtplaner Thomas Vielhaber sehen das Verschwinden des alten Hallenbades aber auch mit einem weinenden Auge. „Der Abriss ist schon schade“, sagt Dolert, „denn bei dem Gebäude am Fuß des Eichholzes handelte es sich um die klassische Architektur der frühen 60er Jahre, die an dieser Stelle der Stadt sehr gut hingepasst hat“.

Aber schließlich, so Thomas Vielhaber, habe man zehn Jahre nach einer privatwirtschaftlichen Nachfolgenutzung für das mit der Eröffnung des Freizeitbades „Nass“ geschlossene alte Hallenbad gesucht. „Leider jedoch vergeblich.“ Zumal sich der Baukörper durchaus noch in einem guten Zustand befinde. „Nur die Haustechnik,“ weiß Walter Dolert, „ist völlig marode.“

Kosten betragen 250.000 Euro

Doch nun sind die Würfel endgültig gefallen. Wie die so frei werdende Fläche später verwendet wird, ist noch offen. Eine Option, so Vielhaber, könnte eine Nutzung durch die unmittelbar benachbarte Sekundarschule sein. „In welcher Form auch immer.“ Derzeit, ergänzt Walter Dolert, würden die verschiedensten Denkmodell hausintern durchgespielt und diskutiert. Und macht klar: „Was hier schließlich passieren wird, ist eine politische Entscheidung.“

Info

Das hochgiftige Chlorgas wird in Hallen- und Freibädern zur Desinfektion des Wassers verwendet.

Für das alte Hallenbad waren in der Vergangenheit immer wieder neue Nutzungsvorschläge auf den Tisch gekommen.

Zuletzt hatte der TV Arnsberg aus Kostengründen von seinen Plänen Abstand genommen, das Hallenbad in ein modernes Sport- und Gesundheitszentrum umzuwandeln.

Weitere Vorschläge waren Umwandlung in u.a. ein Hotel, Generationenhaus und einen Indoor-Spielpl a t z.

Auch eine angedachte Einbeziehung des Gebäudes in die schulische Nutzung wurde ad acta gelegt - weil zu teurer.