Der Streit um den Weiterbau der A46 hält an

Ein Lkw quält sich über die B7 in Voßwinkel. SPD-Ratsherr Michael Rademacher glaubt nicht, dass sich der geplante Neubau einer dreispurigen, nördlichen Bundesstraße entscheidend auf den Verkehr im Ort auswirkt.
Ein Lkw quält sich über die B7 in Voßwinkel. SPD-Ratsherr Michael Rademacher glaubt nicht, dass sich der geplante Neubau einer dreispurigen, nördlichen Bundesstraße entscheidend auf den Verkehr im Ort auswirkt.
Foto: Ted Jones
Was wir bereits wissen
  • Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der Weiterbau der A46 als vordringlich eingestuft
  • Die dreispurige Bundesstraße ab Menden führt auch über Arnsberger Stadtgebiet
  • Weder Befürworter noch Gegner des Projektes sind glücklich mit der Planung

Arnsberg..  Nur ein Projekt im Bundesverkehrswegeplan 2030 betrifft direkt Arnsberger Stadtgebiet, gleichzeitig ist wohl kein Bauvorhaben in der Region stärker umstritten: Der Weiterbau der A46, der als dreispurige Bundesstraße auch durch Arnsbergs nördlichsten Zipfel führen soll, ist im vordringlichen Bedarf eingestuft. Allerdings sind weder Befürworter noch Gegner des jahrzehntelang diskutierten Projektes mit den vom Bundeskabinett beschlossenen Plänen wirklich zufrieden.

„Für den Wirtschaftsstandort Südwestfalen ist der Lückenschluss absolut wichtig“, sagt Hubertus Gössling, Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) Arnsberg Hellweg-Sauerland. Der Arnsberger Spediteur hätte sich statt der dreispurigen Bundesstraße eine vierspurige Autobahn von Hemer bis zur A445 bei Arnsberg gewünscht. „Wir akzeptieren aber die Minimallösung. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“, meint Gössling.

Dass überhaupt eine Straße nördlich von Voßwinkel gebaut werden soll, hält Michael Rademacher dagegen weiterhin für falsch. „Die Natur in diesem Bereich ist ausgesprochen sensibel. Deswegen gibt es keine zufriedenstellende Lösung“, sagt das SPD-Ratsmitglied aus Voßwinkel. Statt für den gesamten Neubau von der Anschlussstelle Hemer bis Arnsberg rund 510,2 Millionen Euro auszugeben, sieht Rademacher Investitionen in die bestehenden Netze als sinnvoller an.

Er erwartet kaum Auswirkungen auf den Verkehr auf der B7 durch den Arnsberger Ortsteil. „Und baulich ist Voßwinkel von der Streckenführung im Bundesverkehrswegeplan praktisch nicht betroffen“, sagt Rademacher. Geplant ist derzeit eine Neubautrasse, die am Wickeder Ortsteil Echthausen und dem Flugplatz Arnsberg-Menden vorbeiführt.

Bis tatsächlich die Bagger rollen, muss das Parlament jedoch zunächst die Ausbaugesetze festlegen. Zudem muss das Projekt die Planungsverfahren durchlaufen. Trotzdem sagt Hubertus Gössling: „Ich bin zuversichtlich, dass ich noch über die neue Straße fahren werde.“