Das Lichthaus in den Sand gesetzt

Er will Euch! Performance-Künstler Dennis Rudolph setzt das Lichthaus in den Sand – und macht es heute Abend zur Showbühne. Kathrin Ueberholz vom Arnsberger Kulturbüro gefällt es...
Er will Euch! Performance-Künstler Dennis Rudolph setzt das Lichthaus in den Sand – und macht es heute Abend zur Showbühne. Kathrin Ueberholz vom Arnsberger Kulturbüro gefällt es...
Foto: WP

Arnsberg..  Die Szene auf dem Flyer erinnert stark an ein Rekrutierungsplakat der US-Army aus dem Ersten Weltkrieg: Uncle Sam deutet mit dem Zeigefinger auf den Betrachter – und sagt: „I want you!“

Dennis Rudolph macht es ­genauso, ist aber nicht etwa Uncle Sam, sondern ein Performance-Künstler – und er wünscht sich keine Rekruten, sondern (möglichst spendabele) Arnsberger.

Wer noch keinen dieser Flyer ergattern konnte, die seit gestern durch Arnsberg flattern, der lese jetzt aufmerksam weiter.

Das Wichtigste vorweg: Es gibt etwas zu gewinnen; heute Abend ab 19 Uhr bei der „Großen Benefiz-Tombola“ zu Gunsten des „Höllentor-Projektes“ in Kalifornien. Was zur Hölle das ist ? – später mehr!

Wer gewinnen möchte, sollte sich im Laufe des Freitags mit Losen eindecken, drei Euro das Stück und erhältlich beim Kunstverein Arnsberg in der Königstraße 24. Ausgelost wird unter dem Motto „Gutes tun und echte Kunst ge­winnen“ im Lichthaus, das Rudolph dafür buchstäblich in den Sand gesetzt hat! Auf sandigem Untergrund und vor einem giftgrünen Vorhang inszeniert der Berliner dann seine Performance „The Portal TV“ – und bringt als Showmaster die Gewinne, sprich Kunstwerke, T-Shirts und Kaffeebecher, unters Volk. Der Los-Erlös fließt in ein Projekt des Künstlers, das ebenso ­skurril erscheint wie das zuvor geschilderte Prozedere: Das Geld finanziert den Bau eines „Monumentes für die westliche Welt“ in California City. Dort, am Rand der kalifornischen Wüste, liegt ein – gescheitertes – Städte-Planungsprojekt; 1958 mit dem Ziel gegründet, eines Tages mit Los Angeles zu konkurrieren. Große Teile dieser künstlich angelegten Stadt sind bis heute unbewohnt, nur 14 000 Menschen leben dort.

Für Dennis Rudolph „ein ­spannender Ort zum Nachdenken über Träume, Utopien – und deren Realisierung“, denn: Auf einem Hügel nahe California City möchte er sein Monument bauen, ein Tor, das den Übergang zum Paradies, oder zur Hölle, symbolisiert.

QR-Code-Scan

Wie schnell das eine zum anderen mutieren kann, macht Rudolph sichtbar, indem er das Bauwerk unter anderem mit Bildern vermisster amerikanischer Kinder versieht; Kinder, zwischen Leben und Tod gefangen, für die der „American Dream“ zum Alptraum wurde.

Noch Fragen? Bestimmt, also nichts wie hin zum Lichthaus, wo der Künstler heute „zaubert“.

Nach der Performance ist das Fernsehstudio auf Sand bis zum 28. Juni als Leerstand zu besichtigen. Doch per QR-Code-Scan kehrt das Leben zurück: Der Link führt zu YouTube, wo ein Video der heutigen Performance die „Arnsberg-Show“ wieder lebendig macht...