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Wildes Parken

„Dann boxt hier der Papst“

27.02.2016 | 16:00 Uhr
„Dann boxt hier der Papst“
Anwohner des Arnsberger Gutenbergplatzes fordern ein Vorgehen gegen das wilde Parken.Foto: Privat

Arnsberg.   Anwohner des Gutenbergplatzes fordern rigoroses Vorgehen gegen wildes Parken am Wochenende.

Nächtlicher Motorenlärm, Türenschlagen, zugestellte Einfahrten und Rettungswege: Wilhelm Terwei und Bernd Herrmann haben die Faxen dicke. Restlos. Beide fordern als unmittelbare Anwohner vehement die Einhaltung der Parkverbote an den Wochenenden auf dem Gutenbergplatz. Durch entsprechende Überwachung und durch Abpollerung der großen Innenfläche. Wie es viele Jahre dort üblich gewesen sei.

Denn regelmäßig ab freitagmittags, sagt Wilhelm Terwei, breche dort das große Parkchaos aus. „Dann boxt hier der Papst. Es wird überall nach Gutdünken geparkt, die vorgeschriebenen Verbote werden überhaupt nicht beachtet.“ So werde der Marktplatz kurzerhand zum Parkplatz umfunktioniert. Dies vor allem in den Abendstunden von Nutzern der umliegenden Gastronomie. „Und das bis in die Nacht hinein.“

Was für die Anwohner, „darunter sehr viele alte Menschen“, absolut nicht zumutbar sei. „Denn wenn hier 50 Autos parken, und das ist nicht gerade selten, bedeutet das mindestens 100 Mal Türenschlagen.“ Dies auch nur im „positiven“ Fall, sollten die Fahrzeuge nur mit einer Person besetzt sein. „Was aber eher selten ist.“ Hinzu komme, dass sich nicht wenige Fahrer dann noch hupend verabschieden würden.

Gerade im Sommer, sagt Bernd Herrmann, sei dieses rücksichtlose Verhalten ein großes Problem. „Weil viele Anwohner dann mit offenem Fenster schlafen und die meisten Schlafzimmer eben in Richtung Gutenbergplatz liegen.“ Besonders ärgerlich sei zudem, dass die mitunter in Viererreihen im Parkverbot stehenden Fahrzeuge oft auch die Rettungswege und die Einfahrt in die Garage des Wohnblocks versperren würden. „Da kommen manchmal die auf Rollatoren angewiesenen Anwohner kaum noch durch.“

Ungleichbehandlung

Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr
Die Nachtruhe gilt von 22 bis 6 Uhr

Die Nachtruhe in Deutschland ist von 22 bis 6 Uhr festgelegt. Ausnahmen gibt es allerdings in der Bayerischen Biergartenverordnung (23 - 7 Uhr) und für Industriebetriebe.

Der Rechtsbegriff Nachtruhe ist in Landes-Immissionsschutzgesetzen geregelt.

Während der Nachtruhe sind Betätigungen verboten, die die Nachtruhe stören können.

Probleme, die nicht neu und in der Stadtverwaltung auch nicht unbekannt sind. Denn schon seit 2008 steht Terwei, unterstützt von Bernd Herrmann, mit der Verwaltung in dieser Sache in Kontakt. „Es sind bereits viele Schreiben hin und hergegangen und es hat sogar schon einen Ortstermin gegeben. Aber passiert ist nichts.“ Vielmehr habe die Stadt darauf hingewiesen, dass sie aus personellen Gründen an den Wochenenden und auch nachts nicht kontrollieren könne. „Dies sollten wir selbst übernehmen, wurde uns geraten. Aber es geht uns doch nicht um das Anschwärzen einzelner Verkehrssünder,“ sagt Herrmann, „sondern um eine grundsätzliche und einvernehmliche Lösung dieses Problems. Denn so kann es nicht weitergehen.“

Was jetzt aber besonders für Wilhelm Terwei das Fass zum Überlaufen brachte und ihn selbst zum Dauerschäumen bringt: „Auch auf Steinweg und Alter Markt gibt es Ärger mit wilder Parkerei an den Wochenenden und deshalb greift die Stadt dort jetzt rigoros durch. Warum geht das dort und bei uns nicht? Das ist eine nicht zu verstehende Ungleichbehandlung.“

Deshalb fordern Wilhelm Terwei und Bernd Herrmann nun „gleiches Recht für alle“. Und zwar: regelmäßige Kontrollen an den Wochenenden zumindest tagsüber und das neuerliche Abpollern des Gutenbergplatzes, „damit dieser nicht zweckentfremdet wird“.

Von der Stadtverwaltung war keine Stellungnahme zu diesem Vorgang zu erhalten.

Achim Gieseke

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2016-02-27 16:00
Arnsberg