Damit im Ernstfall alles klappt

Völlig verqualmt präsentiert sich der Altstadttunnel.
Völlig verqualmt präsentiert sich der Altstadttunnel.
Foto: WP

Arnsberg..  Im Rahmen einer groß angelegten Übung probten am späten Mittwochabend Straßen.NRW, Feuerwehr, Polizei und Straßenmeisterei Arnsberg die Zusammenarbeit im Falle eines Brandes im Altstadttunnel. Am frühen Donnerstagmorgen zogen dann Straßen.NRW-Sprecher Markus Miglietti ein positives Fazit: „Die Übung war erfolgreich, das Miteinander der Einsatzkräfte hat wunderbar geklappt.“ Das Übungsszenario:

Zwei hintereinander fahrende Kleinwagen geraten in der Mitte des Tunnels vermutlich durch zu hohe Geschwindigkeit auf die Gegenfahrbahn, das vordere Fahrzeug bremst ab, um eine Kollision mit der Tunnelwand zu vermeiden, das dahinter fahrende Auto prallt mit voller Wucht auf den Vordermann. Beide Fahrzeugführer sind in ihren Autos eingeklemmt.

Ersthelfer setzen per tunnelinterner Notrufanlage und mit Handys Notrufe an die Rettungsleitstelle und die Polizei ab. Wenig später heulen in Arnsberg die Sirenen. Der Basislöschzug 2, bestehend aus dem Löschzug Arnsberg und den Löschgruppen Breitenbruch und Wennigloh, fahren die Einsatzstelle von beiden Tunneleingängen an, ebenso bezieht der Rettungsdienst an der Ruhrstraße Stellung.

Entlüftung fällt aus

Zu Übungszwecken ist der Tunnel mit einer Nebelmaschine verraucht worden, den ersteintreffenden Kräften schlägt dichter Qualm entgegen. Normalerweise schalten die unter der Tunneldecke angebrachten Strahlventilatoren in einem solchen Fall zur Entlüftung des Tunnels automatisch auf Vollkraft, übungsbedingt kommt es aber zu einem technischen Defekt in der Steuerung. Selbst die Tunnelleitzentrale in Hamm kann die Ventilatoren nicht manuell in Bewegung setzen, so dass die Verqualmung an beiden Eingängen immer stärker wird.

Trupps unter schwerem Atemschutz tasten sich zum Unfallgeschehen vor und befreien die beiden Fahrer aus ihrer misslichen Lage, die „Verletzten“ werden dann Richtung Ruhrstraße getragen und von Rettungsassistenten versorgt.

„Eine Übung für die Sicherheit ,“ sagt Markus Miglietti als Sprecher von Straßen.NRW in Hamm, in deren Händen die Organisation der Übung lag. Denn Ziel sei es gewesen, die Zusammenarbeit der Tunnelleitzentrale in Hamm mit den Rettungskräften vor Ort weiter zu optimieren, um so im tatsächlichen Katastrophenfall punktgenau und Hand in Hand operieren und dann auch über eingespielte Kommunikationswege verfügen zu können. „Deshalb wollen und müssen wir mit dieser alle vier Jahre vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Tunnelübung die Grundlagen für die erforderlichen und lebensrettenden Handlungsabläufe schaffen.“

Straßen.NRW zieht positives Fazit

Und das natürlich unter realistischen Bedingungen. „Denn ein Brand in einem Tunnel,“ so Markus Miglietti, „ist etwas völlig anderes als ein Brand zum Beispiel in einem Wohnhaus.“ Und auf einen solchen Fall gelte es vorbereitet zu sein. Auch Arnsbergs Feuerwehrchef Bernd Löhr zog ein positives Fazit

Die Tunnelleitzentrale in Hamm ist für insgesamt 23 Tunnelbauwerke verantwortlich.

Info

Die Richtlinie für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln schreibt alle vier Jahre eine Vollübung vor.

Zudem steht in jedem Jahr eine sogenannte Teilübung an.

Der Altstadttunnel ist 355 Meter lang und hat eine Durchfahrtshöhe von 4,70 Meter.

Im Tunnel stehen an den beiden Portalen Notrufsäulen zur Verfügung.

Überwacht wird der Tunnel u.a. durch Sichttrübe- und CO-Messsysteme.

Im Notfall drücken zwei Strahlventilatoren den Rauch aus der Tunnelröhre.