Damit Handy und Internet nicht zur Schuldenfalle werden
20.02.2010 | 05:00 Uhr 2010-02-20T05:00:00+0100
Neheim. Ungewöhnliche Schulstunde für die Klasse 10c der Realschule Neheim: Die Schülerinnen und Schüler hatten gestern das Fach „Finanzkompetenz” auf dem Stundenplan. Es soll verhindern, dass Jugendliche in die Schuldenfalle geraten.
Fast jeder hat schon schlechte Erfahrungen gemacht: Mal sind es scheinbar kostenlose Downloads, die sich im Nachhinein als teure Abos erweisen, mal sind es undurchsichtige Handyverträge, die teurer sind als erwartet, oder der fix unterschriebene Konsumentenkredit für einen Motorroller: Damit Jugendliche mit den Verlockungen in Internet und Geschäften kompetent umgehen können, gibt es das Projekt „Alles im Griff”. Finanziert vom nordrhein-westfälischen Verbraucherministerium werden allein in diesem Jahr in ganz NRW 2000 Schulklassen unterrichtet in Sachen Finanzkompetenz — so auch gestern die 10c der Realschule Neheim, die im Schulungsraum der Verbraucherzentrale „büffelte”. Zuschauer dabei: Verbraucherminister Eckhard Uhlenberg und Landtagsabgeordneter Klaus Kaiser (CDU).
100 SMS am Tag
Kostenfalle SMS: Wovon ältere Erwachsene eher selten Gebrauch machen (Minister Uhlenberg: „Im Gegensatz zur Kanzlerin verschicke ich nie SMS”) sind die Kurznachrichten bei Jugendlichen ungemein beliebt. Julia (16) beispielsweise berichtete, sie versende täglich an die 100 SMS. „Aber ich habe einen günstigen Tarif, da ist das billiger, als zu telefonieren.”
Das Thema „Handy” steht daher auch im Finanzunterricht der Verbraucherzentrale stark im Mittelpunkt. Denn oft genug gibt es Möglichkeiten, Tarife abzuschließen, die sich im Jahr auf immense Kosten summieren, wie Petra Golly von der Verbraucherberatung den Schülern klar machte.
Rechte der Verbraucher
Deutlich machte sie auch die Rechte, die die jungen Verbraucher haben. „Wir haben einen Vertrag abgeschlossen und im Kleingedruckten stand dann was von Kosten. Das haben wir überlesen, und jetzt müssen wir natürlich zahlen”, schilderte Thilo (15) seine schlechten Erfahrungen mit Downloads im Internet. „Nein, müsst ihr nicht unbedingt”, klärte die Referentin auf und erläuterte, wie das mit dem Widerrufsrecht funktioniert.
„Das Projekt ist richtig gut, weil so die Schüler und darüber auch die Eltern die Verbraucherberatung kennen lernen und erfahren, dass sie hier Hilfe bekommen”, lobte Landtagsabgeordneter Klaus Kaiser. Und Minister Uhlenberg, der im Anschluss mit den Schülern diskutierte, unterstrich: „Wir wollen dass die Jugendlichen verantwortungsvoll mit den finanziellen Herausforderungen umgehen.”
Schulen, die an dem Finanzunterricht interessiert sind, können sich an die Verbraucherberatung in Arnsberg wenden. 02932-27000, www.vz-nrw.de/arnsberg
Realschul-Lehrerin Heike Helber stellt zu dem Thema einen kostenlosen Newsletter unter www.rsneheim.de bereit.

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