Chor inszeniert Lieder mit Leichtigkeit und Humor

Hüsten..  Ein Chorkonzert der etwas anderen Art erlebten jetzt knapp 300 Besucher im Hüstener Kulturzentrum, als der Jazz-Pop-Chor „Five Times“ die Bühne betrat. Während im traditionellen Chorgesang die Akteure vielfach statisch auf ihrer Position in der Gruppenformation verharren, brachten die etwa 30 Sänger und Sängerinnen von „Five Times“ viel Bewegung auf die Bühne. Die Lieder wurden - fast wie im Theater - inszeniert.

Besonders deutlich wurde dies bei einem Lied über Fußball. Der weibliche Teil des Chores begann mit dem Refrain „ So viel Leidenschaft zeigt er sonst nie“, als sich plötzlich die Männer im Chor gestenreich über eine vermeintliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters beklagten, dann aber wenig später in riesigen Torjubel ausbrachen und mit kräftigem „Ole! Ole!“ auf ihren geliebten Verein leidenschaftlich durch die Besucherreihen zogen. Und zwischendurch sangen die Frauen „So viel Leidenschaft zeigt er sonst nie...“

Mit Augenzwinkern

Dieses humorvolle Augenzwinkern im Chorgesang - gepaart mit einem Schuss Selbstironie - vermittelte Chorleiter Fabian Sennholz auch bei seinen Anmoderationen für die einzelnen Lieder. Ein erstes Beispiel gab es sofort zu Konzertbeginn, als Sennholz den Titel des ersten Lieds „Ich habe heute keine Zeit“ wörtlich nahm und sich bei den Gästen für den Besuch des Konzerts bedankte. So erhielt der Auftritt des Chors eine Leichtigkeit und Lockerheit, die aber nicht mit Lässigkeit einherging. Denn stimmlich verlangte der junge Chorleiter seinen knapp 30 Sängern und Sängerinnen im Alter zwischen 19 und 67 Jahren alles ab.

Der Chor „Five Times“ ist bei einem früheren „Arnsberger Kunstsommer“ entstanden, als im Anschluss einige Jazzworkshop-Teilnehmer einen Jazz-Chor gründeten. Der Chor mit Mitgliedern aus Süd- und Ostwestfalen kommt heute fünfmal im Jahr zu Intensiv-Proben an Wochenenden zusammen. Was daraus entstand, imponierte dem Publikum im Kulturzentrum. Denn die zahlreichen einzelnen Mitglieder aus heimischen Chören, die das Konzert verfolgten, merkten sofort, dass die Akteure anspruchsvolle Arrangements englisch- und deutschsprachiger Lieder umzusetzen hatten. Und dies gelang vortrefflich. Das Repertoire reichte von einer tanzfreudigen Interpretation von Rihannas Hit „Don’t stop the music“ bis zu Tim Bendzkos Gänsehaut-erzeugender Ballade „Ich laufe“. (Chorleiter Sennholz ist Pianist und musical director in Tim Bendzkos Band)

Das Publikum war vom Chor begeistert. Am Ende des Konzerts erhoben sich die Gäste nach zwei Zugaben zu stehenden Ovationen.