Das aktuelle Wetter Arnsberg 19°C
Regenerative Energie in Arnsberg

Bürgerprojekte werden vom Markt gedrängt

27.02.2016 | 14:00 Uhr
Bürgerprojekte werden vom Markt gedrängt
Die von „BürgerSOLAR“ Arnsberg betriebene Großsolaranlage auf dem Spulberg lieferte mit 2,755 Millionen Kilowattstunden (kWh) im Jahr 2015 das beste Ergebnis seit ihrer Inbetriebnahme 2012.Foto: Hans Blossey

Arnsberg. Die Ertragsstatistik 2015 für die auf Arnsberger Boden betriebenen regenerativen Energie-Projekte fällt durchweg positiv aus:

Sowohl die Großsolaranlage auf dem Spulberg im Luerwald als auch die Windkraftanlagen in Kirchlinde sowie in Müschede erzielten einen höheren Stromertrag als im Vorjahr. Trotzdem macht sich Matthias Kynast große Sorgen um die Zukunft solcher, von Bürgern auf die Beine gestellten, Anlagen zur Energie-Gewinnung.

Seit vielen Jahren bringt der Erwitter Windkraft- und auch Photovoltaik-Beteiligungsprojekte auf den Weg, doch die Hürden für „kleine Investoren“ werden immer höher, wie er feststellen muss. Der Grund dafür ist in Brüssel verortet:

Die Umweltbeihilfeleitlinien der Europäischen Kommission legen fest, dass ab 2017 jegliche Erneuerbare-Energien-Förderung in Europa ab einer gewissen Projektgröße auf der Basis von Ausschreibungen erfolgen soll. „So werden Bürgerstrom-Projekte gezielt vom Markt gedrängt“, ist sich Kynast sicher.

Windkraft-Zubau geht gegen Null

Hinzu komme, dass Südwestfalen mit Blick auf regenerative Energien bislang vom bundesweiten Geschehen regelrecht abgekoppelt sei. Der Zubau von Windkraft im Hochsauerlandkreis beispielsweise tendiere gen Null – „ziemlich deprimierend“, meint der „Projekt-anschieber“ aus dem Kreis Soest...

Ein wenig aufhellen dürfte sich seine getrübte Stimmung beim Blick auf einige „nackte“ Zahlen.

So lieferte die von „BürgerSOLAR“ Arnsberg betriebene Großsolaranlage auf dem Spulberg mit 2,755 Millionen Kilowattstunden (kWh) im Jahr 2015 das beste Ergebnis seit ihrer Inbetriebnahme 2012 (Details siehe Grafik oben).

Das ist nicht nur dem „Sonnenschein“ zu verdanken, sondern auch technischen Optimierungsmaßnahmen. Wie berichtet, wurde im vergangenen Jahr die Spannung an den Wechselrichtern erhöht, so dass sich der Ertrag der Solarmodule merklich steigern ließ. Außerdem sei der Ertrag abhängig davon, zu welcher Tages- und Jahreszeit die Sonne scheint, erklärt Kynast. Optimal sei klarer Himmel mit Sonnenschein bei knackiger Kälte.

Auch in Sachen Wind dürfen die heimischen Investoren mit 2015 zufrieden sein. Die drei WKA im Windpark Kirchlinde (nahe der Ortsgrenze zu Sundern bei Hövel, jeweils Enercon E-82 mit 108 Metern Nabenhöhe) drehten sich kräftig: BürgerWIND Sauerland erzeugte 5,018 Mio. kWh Strom (Vorjahr: 4,177 Mio. kWh); Kirchlinde K2 lieferte 4,823 Mio. kWh (4,332 Mio.) und Kirchlinde K3 4,282 Mio. kWh (3,969 Mio.).

Die schon 1996 ans Netz gegangene WKA „HeVoRa I“ bei Müschede steigerte ihren Ertrag von 621 791 Kilowattstunden in 2014 auf 760 519 kWh im Jahr 2015.

„Politik hat viel verbockt“

Und die Zukunft der Windenergie im HSK? „Die Politik hat viel verbockt“, stellt Kynast fest. Vor allem der Regionalplan mit seinen kon­trären Vorgaben zur Planung der Kommunen habe WKA-Projekten einen Bärendienst erwiesen...

Torsten Koch

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Jägerfestzug Neheim am Montag
Bildgalerie
Jägerfest 2016
article
11601935
Bürgerprojekte werden vom Markt gedrängt
Bürgerprojekte werden vom Markt gedrängt
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/arnsberg/buergerprojekte-werden-vom-markt-gedraengt-id11601935.html
2016-02-27 14:00
Arnsberg