Bürger mit ins Boot holen

Flüchtlingsunterkunft. Es verwundert mich nicht, nun wieder mitzukriegen, dass Dinge, die uns Bürger der Stadt Arnsberg angehen und kurz vor der Entscheidung stehen, erst kurz vor Entscheidungsfindung offiziell zur Sprache kommen. Frei nach dem Motto: „Kurze Zeit bis zur endgültigen Entscheidung bedeutet weniger Zeit für die Betroffenen, zu reagieren“.


Natürlich, so wird es auch von allen kommentiert, muss den Hilfesuchenden geholfen werden und natürlich müssen die Vertreter der Stadt diese Aufgabe, die mit Sicherheit keine leichte ist, erledigen. Aber warum in Gottes Namen werden diejenigen, die es in erster Linie betrifft, nicht frühzeitig mit ins Boot genommen? Scheut man die direkte Diskussion? Meine Erfahrungen aus der Vergangenheit: „Erst nach sehr starkem Einspruch tut sich etwas in dieser Stadt“.

Selbst die Ortspolitiker sind, so kann man es aus dem Artikel entnehmen, ja nicht, ich will es vorsichtig ausdrücken, über die Sache so richtig informiert worden. Ein Zustand, der untragbar ist und den es in der Zukunft nicht mehr geben darf. Zukünftig sollten solch elementare Entscheidungen mit allen Beteiligten frühzeitig und intensiv vorbereitet werden. Jetzt, wo das Kind schon fasst in den Brunnen gefallen ist, wird es mit dem Bürgermeister eine „Bürgerversammlung“ geben. Da bin ich ja mal gespannt, was dabei herauskommt.


Ich glaube, wenn die Investoren aus Ostdeutschland grünes Licht geben, haben wir, die Bürger, so gut wie keine Möglichkeit mehr, hier einzugreifen. Gerade was die Anzahl der Hilfesuchenden angeht ist die Messe dann wahrscheinlich gelesen. Für die Investoren muss sich das Ganze ja wirtschaftlich darstellen lassen. Je mehr Hilfesuchende aufgenommen werden können, je lohnender die Investition. Eine Rechnung, die ich aus Sicht einer menschenwürdigen Behandlung nicht akzeptieren kann.


Nach meinen Informationen hatte die ehemals im Kloster ansässige Salusklinik für Suchtkranke eine Bettenzahl von etwa 100. Bei der Anzahl der gleichzeitig aufzunehmenden Hilfesuchenden ist hingegen ein Zahl von bis zu 400 im Gespräch. Kann man das in Ordnung finden?