Brauerei nimmt bald Betrieb auf

Biertanks und Braukessel müssen an Ort und Stelle gebracht werden. Melanie (r.) und Christian Krick
Biertanks und Braukessel müssen an Ort und Stelle gebracht werden. Melanie (r.) und Christian Krick
Foto: Ted Jones/WP

Arnsberg..  Die gute Nachricht: Der Stadtteil Arnsberg hat bald wieder eine Brauerei und damit eine neue Attraktion. Die noch bessere Nachricht: mit einem urig-zünftigen Brauerei-Gasthaus über drei Etagen. Untergebracht sind Brauerei und die direkt anschließende Gastwirtschaft in dem 1814 erbauten und unter Denkmalschutz stehenden Gebäude Mühlenstraße 20. Noch in diesem Jahr soll Eröffnung sein. Montagnachmittag wurde bereits das Herzstück - der Braukessel - per Kran durch das Dach ins Sudhaus gehievt. Betreiber sind Christian und Melanie Krick.

Damit hat sich das Arnsberger Ehepaar einen Traum erfüllt. Motto: jetzt oder nie. Ein Traum, der vor zwei Jahren in einer Garage in der Mühlenstraße begann, als Krick zum ersten Mal das „Arnsberger Mühlenbräu“ kreierte. Zunächst noch als Hobby. Aber als das vollmundige Pils - inzwischen gibt es auch ein Weizenbier - durch Mundpropaganda in Windeseile reißenden Absatz fand, entschlossen sich Melanie und Christian Krick zum großen Schritt - zum eigenen Brauhaus mit Wirtschaft, die künftig unter dem Namen „Brauerei-Gasthaus Arnsberger Mühlenbräu“ firmieren wird.

Familie Krick wagt den Schritt

Und das in bester Lage. Das Gasthaus ist bequem zu Fuß erreichbar und der Ruhrtal-Radweg führt in unmittelbarer Nähe vorbei. Mit der Fertigstellung wird das Mühlenviertel aufgewertet. Und sollte einmal das gegenüberliegende Wehr als Teil der Arnsberger Industriegeschichte optisch aufgemöbelt werden, wäre dies noch ein besonderes Sahnehäubchen - und eine runde Sache für die Stadt.

Doch zum Haus Mühlenstraße 20: Das Gebäude, in dem einst eine Gerberei betrieben worden war, befindet sich in Besitz von Christian Kricks Vater Friedrich. Parallel zum Einbau der Brauerei wird derzeit im Gasthaus-Trakt in Abstimmung mit dem Denkmalschutz der historische Zustand wieder hergestellt: Tonnendächer zeugen von früherer Baukunst, die Wände sind restauriert, die Balken freigelegt, der Schiefer am Giebel ist entfernt.

Und eine Überraschung gab es: Unter Unmengen von Schutt tauchte ein Brunnen mit 8 Grad kaltem Wasser auf, das vom Schlossberg kommt. „Der Brunnen wird mit einem durchsichtigen Deckel versehen, damit unsere Gäste einen Blick darauf werfen können,“ sagt Christian Krick. Nicht das einzige Utensil, dass im Brauerei-Gasthaus von dessen einstiger Nutzung erzählen wird.

Pro Jahr 36 000 Liter Bier

Der Sudkessel, so Krick, der sich das Brauerei-Wissen als Autodidakt angeeignet hat, erlaubt einen Jahresausstoß von 50 000 Litern Bier. „Allerdings werden wir nur 36 000 Liter brauen, weil unsere Tankkapazität nicht größer ist.“ Ausgeschenkt wird das bekannte Pils „Arnsberger Mühlenbräu“ und ein „Arnsberger Weizen“. In Planung ist zudem noch ein dunkles Bier.

Das Gasthaus, so Melanie Krick, wird künftig immer ab mittwochs geöffnet sein. „An den Werktagen so gegen 16 oder 17 Uhr, an den Wochenenden ab mittags.“ Angeboten werden mittags und abends warme Speisen, am Wochenende nachmittags Kaffee und Kuchen. Die kulinarische Ausrichtung wird aber noch nicht verraten. „Das soll eine Überraschung werden.“

Christian Krick wird übrigens zunächst weiter nebenberuflich brauen. Im Hauptberuf ist er Papiermacher bei Reno De Medici.

Info

Das Brauerei-Gasthaus bietet nach der Fertigstellung rund 90 Gästen Platz. Raum ist auch für Familien und Betriebsfeiern.

Im Erdgeschoss und der dritten Etage werden jeweils Theken eingebaut, die moderne Küche befindet sich im zweiten Stock des Gebäudes.

Für Freiluftfans steht bereits mit Eröffnung ein kleiner Balkon an der Westseite zur Verfügung.

Neben den aktuellen Arbeiten ist die Familie Krick derzeit auf Personalsuche für das Gasthaus.

Nachgedacht wird auch über einen Biergarten.