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ABC Arnsberg - Boxtraining geht auch ohne Sprache

29.03.2016 | 16:00 Uhr
ABC Arnsberg - Boxtraining geht auch ohne Sprache
ABC Arnsberg.Foto: Krishan van der Kooi

Arnsberg.  Es braucht Kraft und Ausdauer. Auge und Beinarbeit. Disziplin und Durchhaltevermögen. Boxen ist eine Sportart, die Körper und Geist gleichermaßen fordert.

Und noch viel mehr: Boxen ist ein Zugang zu sozialem Miteinander und der Integration von Flüchtlingen. Da ist sich Hermann Fuchs, Trainer des Amateur Box Club (ABC) Arnsberg ganz sicher.

„Beim Boxen schafft man für sich selbst Werte und Normen. Zum fairen Boxen gehört viel Disziplin und Charakterstärke. Es ist ein Sport, der prägt“, so der 62-Jährige, der über 185 Amateurkämpfe bestritt und von 1978 bis 1982 gar in der Bundesligameistermannschaft des BC Gelsenkirchen/Erle boxte. Hermann Fuchs weiß also, wovon er redet.

Traditionsverein seit 1955

Um die 20 Sportler im Alter zwischen 12 und 40 Jahren trainieren regelmäßig beim ABC Arnsberg. „Dabei ist der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund recht hoch. 70 Prozent kann man schon sagen“, so Fuchs. Konstantin Henke, 18 Jahre alt und Boxer im ABC, seit er 11 ist, fügt hinzu: „Mit Deutsch kam man in der Umkleide teilweise nicht weit.“ Das sei aber auch nicht weiter tragisch. Denn: „Boxen braucht eigentlich keine Sprache, wir können das auch so hinkriegen“, spricht Trainer Fuchs aus Erfahrung. Gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Hoyer hat er den Traditions-Box Club aus Arnsberg, der in den 60er- bis 80er-Jahren „wahre Legenden im Westfalenland“, wie Fuchs es ausdrückt, hervorbrachte, vor 11 Jahren wieder aufgebaut. Damals war der bereits 1955 gegründete Boxclub quasi nur noch als Eintrag im Vereinsregister vorhanden. „Aber 2005 kamen laufend Anrufe, es bestand wieder Interesse“, so Fuchs.

Schwierige Jungs und Problemfälle

Mit einer guten Basis von aktiven Sportlern läuft der Verein jetzt wieder, und tut mit seiner Arbeit etwas für die Zukunft von Jugendlichen, die oft als „schwierig“ gelten. Besorgte Lehrer oder Mitarbeiter der Stadt melden sich bei Fuchs mit „Problemfällen“: „Die sagen dann, da kämen ganz schwierige Jungs. Die sind dann meist überhaupt nicht so schwierig, zumindest nicht bei uns“, sagt der.

Auch bei Flüchtlingen stoße der Boxsport auf großes Interesse, immer wieder kommen vor allem junge Männer, um im ABC sportlichen Ausgleich zu finden. „Im Boxen finden sich alle Nationalitäten zusammen“, meint auch Konstantin. Sein Bruder Fabian boxt auch im ABC und weiß, dass „durch die Vereinsarbeit hier verschiedene Leute integriert werden.“

Harte Arbeit und Disziplin

Das liege vor allem daran, dass im Boxen eins und nur eins zählt: Harte Arbeit und Disziplin: „Bei uns wird nicht über Politik, Religion oder was auch immer gestritten“, sagt Trainer Hermann Fuchs, „da haben wir nichts mit am Hut. Man passt sich aneinander an, weil wir alle nur unseren Sport machen wollen. Wir wollen alle auf einen Nenner bringen, so werden wir in der Gemeinschaft stark.“

Krishan van der Kooi

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2016-03-29 16:00
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