Bombendrohung legt Schulen lahm

Foto: WP Ted Jones
Eine Bombendrohung schreckte am Freitagmorgen Lehrer, Eltern und Schüler der Realschule im Eichholz und die Sekundarschule Arnsberg auf. Die Polizei gab schnell Entwarnung und ermittelt jetzt auf Hochtouren.

Arnsberg..  Eine Bombendrohung schreckte Freitagmorgen die Realschule am Eichholz in Arnsberg auf. Die Drohung war per Mail eingegangen. Schulleitungen und Polizei reagierten unverzüglich: Umgehend wurden rund 1000 Schüler von Real- und Sekundarschule evakuiert und nach Hause geschickt. In der Stadt herrschte durch die heraneilenden Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Notarzt Aufregung.

Die Entscheidung, die Schulen zu räumen, haben Polizeiführung und Schulleitung gemeinsam getroffen, erklärte Polizeisprecher Ludger Rath. Zwar habe sich die Drohung gegen die Realschule gerichtet, doch die unter dem selben Dach befindliche Sekundarschule wurde ebenfalls von Schülern und Personal leergezogen. Rath: „Alles andere hätte auch keinen Sinn ergeben.“

Täter erwartet hohe Strafe

Auf eine solche Ankündigung, so Rath weiter, müsse man stets reagieren. Selbst wenn man das Gefühl habe, dass es sich nur um eine Scheindrohung handele. „Weil ein gewisses Restrisiko immer bleibt, und deshalb jeder, der in der Verantwortung steht, sofort handeln muss.“

Den Polizeibeamten sei allerdings schon kurz nach deren Eintreffen am Schulzentrum im Eichholz klar gewesen, dass diese Drohung wohl der Grundlage entbehre. „Aber wir können hier nicht mehr von einem Schülerstreich sprechen. Das ist eine Straftat wegen Störung des Öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat.“ Darauf ständen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe.

Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren. Dem Emailabsender wird ab sofort nachgespürt. Die große Sorge der Polizei fasst Rath mit wenigen Worten zusammen: „Hoffentlich gibt es jetzt keine Nachahmer.“

Und für den oder die Täter wird es auch richtig ins Geld gehen. Ludger Rath: „Auf den Verursacher kommen enorme Regressforderungen zu - für den Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Notarzt.“ Und möglicherweise auch von den betroffenen Schulen selbst.

Einsatzleiter Michael Alscher von der Wache Arnsberg hatte mit seinem 14-köpfigen Team die Räumlichkeiten durchsucht. Nach der ersten Entwarnung blieb die Polizei noch für eine gewisse „Karenzzeit“ vor Ort.

Auch nahe Mensa geräumt

Die Evakuierung der etwa 1000 Schülerinnen und Schüler beider Schulen ging zügig, diszipliniert und problemlos über die Bühne. Wie im eintrainierten Notfallplan vorgesehen, lotste die Sekundarschule dabei ihre Schüler in Richtung Schützenwiese, die Realschule in Richtung Sauerlandtheater. Geräumt wurde auch die Mensa des Berufskollegs, die unmittelbar an die Realschule angrenzt. Im Kolleg selbst ging der Schulbetrieb aber weiter.

Schon in der letzten Woche soll es per Mail eine nicht so ernstgenommene Drohung gegen Realschule und auch Gymnasium Laurentianum gegeben haben. Der Unterricht fiel da jedoch nicht aus - in Absprache mit Polizei und Bezirksregierung. Eltern waren da durch Elternbriefe entsprechend informiert worden.

Das Werk eines Spinners. Kein Schuljungen-Streich, sondern höchst verbrecherisch ist die Bombendrohung an den Arnsberger Schulen. Für uns als Redaktion ist das immer eine Zwickmühle: Wie können wir berichten, ohne dem verirrten Geist eine Bühne für sein krankes Machtspielchen zu geben, das Nachahmer inspiriert?

Die Drohung und das Aufkommen an Polizei und Einsatzkräften war aber schon zu öffentlich geworden. Und genau das zeigt das Ausmaß der Tat, die einen perfekt funktionierenden Notfallplan auslöste. Eine Tat, die eine schwerwiegende Straftat ist. Nichts anderes war diese Droh-Email.

Alles gar nicht lustig. Und deshalb sollte es jetzt auch keine falsch verstandene Kameradschaft unter möglichen Mitwissern geben. Wer was weiß, sollte der Polizei helfen, den oder die Täter ausfindig zu machen. Das ist kein Petzen, sondern Zivilcourage. Denn Opfer ist nicht eine leblose Institution Schule, sondern eine Vielzahl von verängstigten Eltern, Lehrern und Schülern. Opfer dieser irritierenden Drohung sind wir alle.