Bewusstloser Arnsberger (16) hat keinen Hirntumor

Der Ort des Geschehens: der Parkplatz Ehmsenstraße/Grafenstraße/Vinckestraße.
Der Ort des Geschehens: der Parkplatz Ehmsenstraße/Grafenstraße/Vinckestraße.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der 16-jährige Arnsberger, der drei Stunden bewusstlos auf einem Parkplatz gelegen hat, hat keinen Hirntumor. Nun sucht die Familie die couragierte Helferin.

Arnsberg.. Die gute Nachricht vorweg: Der Verdacht auf Hirntumor bei dem 16-jährigen Schüler, der - wie berichtet - rund drei Stunden bewusstlos und ohne Hilfe an einem Parkplatz im Dreieck Ehmsen-, Vincke- und Grafenstraße in Arnsberg gelegen hatte, hat sich nicht bestätigt.

Die Ursache für den völlig überraschenden Kollaps, erklärte dessen Mutter, sei neurologisch bedingt. Weitere medizinische Untersuchungen seien eingeleitet. „Wir hoffen nun, dass deren Ergebnis nicht allzu schlimm ausfällt.“ Aber jetzt sei die Familie erst einmal erleichtert, dass es sich nicht - wie zuerst angenommen - um einen Tumor handelt.

Die Familie sucht die Helferin

Nun aber bittet die Arnsberger Familie um Unterstützung aus der Bevölkerung – die couragierte Helferin wird gesucht, die den 16-Jährigen im bewusstlosen Zustand aufgefunden, durch Klapse auf die Wangen wachgemacht und dann zurück ins nahe Zuhause gebracht hat. „In der großen Aufregung habe ich völlig vergessen, nach ihrem Namen zu fragen und mich richtig zu bedanken.“

Mutter und Sohn wissen nur, dass es sich um eine junge Frau handelt, die der deutschen Sprache noch nicht ganz mächtig ist. „Ich vermute, dass es sich um eine Portugiesin handelt, die noch nicht lange in Arnsberg lebt.“ Möglicherweise wohne diese sogar ganz in der Nähe. „Es wäre toll, wenn wir die Helferin ausfindig machen könnten, damit wir uns endlich gebührend bei ihr bedanken können. Deshalb ist uns jeder Hinweis willkommen.“ (siehe Infokasten).

Männer reagieren oft falsch

Redaktion leitet Hinweise auf Helferin an Familie weiter

Dass eine Frau zur Helferin in der Not wurde, ist nicht ungewöhnlich, so der Psychologe Prof. Peter Walschburger (Freie Universität Berlin) gegenüber dieser Zeitung. Statistiken zufolge helfen in solchen Situationen mehr Frauen als Männer. „Die Frauen haben eine stärkere Nähe zur Fürsorge.“ Das eigentlich starke Geschlecht neige bisweilen zu „gutartigen“ Einschätzungen von solchen ­Lagen. „Dann sagt man sich: Da liegt nur ein Betrunkener, der ­seinen Rausch ausschläft. Er kommt bestimmt wieder von alleine hoch.“

Grundsätzlich, so der Psychologe, seien Menschen als soziale Wesen hilfsbereit. In bestimmten Situationen gebe es aber Abweichungen. Beispielsweise, wenn viele Menschen den Ort eines Geschehens passieren - wie in Städten oder in anonymen Wohngegenden. „In der Wissenschaft spricht man von einer Verhaltensdiffusion.“ Will heißen: „Je mehr Menschen anwesend sind, desto mehr laufen vorbei, ohne zu helfen.“ Frei nach dem Motto: Es wird sich schon jemand um den Menschen kümmern.

Hinzu komme die Neigung, vermeintlich unangenehme Situationen zu meiden. Walschburger: „Hier zeigen sich Verhaltensunsicherheiten.“ Man weiß nicht genau, was man tun soll. Also lässt man es.