Bessere Standards für den Wohnraum von Flüchtlingen

Asylbewerberheim in Neheim
Asylbewerberheim in Neheim
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Stadt Arnsberg setzt vermehrt auf die Unterbringung von Flüchtlingen in privat angemieteten Wohnungen. Das spart Investitionskosten und fördert die Integration.

Arnsberg..  Die Stadt Arnsberg will Flüchtlingen künftig bessere Wohnbedingungen bieten. Ein entsprechendes Konzept wird aktuell den Gremien des Stadtrates vorgestellt. Kernpunkt ist eine schnellere dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in Privat-Wohnungen. Der Verbleib in den Sammelunterkünften soll kürzer als bisher gehalten werden.

Ziel ist schnellere Integration

Dabei geht es nicht nur um Kosten und Kapazitäten, sondern auch um bessere Voraussetzungen für Integration. „In unserer Stadt verfolgen wir eine neue Strategie und Praxis der Teilnahme der Flüchtlinge an unserem Stadtleben“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage zum Konzept. Vor dem Hintergrund des längeren bzw. dauerhaften Aufenthaltes seien der Schutz der Familie, Intimsphäre und Qualität der Wohnsituation anders als früher zu bewerten.

Ende 2014 wurden 512 Flüchtlinge in Arnsberg mit Wohnraum versorgt. 211 von ihnen (41,2 Prozent) lebten schon in selbst angemieteten privaten Räumen. Die anderen 301 Flüchtlinge sind verteilt auf die Flüchtlingsunterkünfte in Oeventrop/Oeren (59), Hammerweide (109), Berliner Platz in Hüsten (57) und Schleifmühlenweg in Neheim (76). Die vier Unterkünfte bieten insgesamt Platz für ca. 340 Flüchtlinge.

Die Lösung mit privatem Wohnraum soll vor allem für Flüchtlinge mit absehbar gesichertem Bleiberecht oder absehbar längerer Verweildauer in der Stadt greifen. Auch Familien sollen schnell in Wohnungen untergebracht werden.

Die bisherigen Sammelunterkünfte sind in den früher 90er-Jahren gebaut oder erstmals für diesen Zweck angemietet worden und allesamt in die Jahre gekommen. „Irgendwann werden wir Geld in die Hand nehmen müssen“, weiß Fachbereichsleiter Helmut Melchert von der Stadt Arnsberg. Im Schleifmühlenweg wurde gerade erst das 2. Obergeschoss bezugsfertig gemacht

Wohnung erspart Investition

.Derzeit billiger - aber auch weniger würdevoll - ist die Unterbringung in den Sammelunterkünften. Eine Rechnung im Konzept geht von rund 400 Euro für eine vierköpfige Familie in der Sammelunterkunft und 656 Euro in einer privaten Wohnung aus.

Sollten die humanitär vertretbaren Kapazitäten in den Unterkünften aber erschöpft sein, müssten Neubaukosten gegengerechnet werden. „Die stärkere Nutzung privater Wohnungen hilft erheblich, Investitionen für die Schaffung neuer Plätze in Flüchtlingseinrichtungen zu vermeiden“, heißt es in den Konzept.