Berliner Platz kein Platz für Drogen

Vorbeugen tut Not: Drogen sind auch auf dem Bildungscampus Berliner Platz ein Problem.
Vorbeugen tut Not: Drogen sind auch auf dem Bildungscampus Berliner Platz ein Problem.
Foto: NRZ

Arnsberg..  Hunderte von Jugendlichen an weiterführenden Schulen, der Bahnhof Neheim-Hüsten nur einen Steinwurf entfernt – „es wäre blauäugig, zu behaupten, Drogen sind am Berliner Platz kein ­Thema“, sagt Ludger Rath. Doch das Schulzentrum sei in dieser Hinsicht keinesfalls als Schwerpunkt zu bezeichnen, wie der Sprecher der Kreispolizeibehörde betont.

Diesen Eindruck möchte auch Martina Greve nicht entstehen ­lassen, obwohl sie und ihre Lehrerkollegen vom Berufskolleg schon feststellen müssen, „dass die Drogenproblematik am Berliner Platz allgemein zunimmt“. „Wir stellen uns dieser Problematik – und versuchen, ihr Herr zu werden“, sagt die Beratungslehrerin – und setzt dabei vor allem auf Prävention.

Vorbeugung lautet das Motto

Vorbeugung lautet darum auch das Motto einer literarischen Veranstaltung, die sie für den heutigen Mittwoch auf die Beine gestellt hat. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Klaus Marschall, der wiederum den persönlichen Kontakt zu Hermann Wenning hergestellt hat.

„Lauf zurück ins Leben“ heißt das Buch, in dem Wenning sein Drogenproblem aufgearbeitet hat (mehr dazu im Infokasten). In zwei Lesungen lässt er die Kollegschüler heute Morgen daran teilhaben.

Klaus Marschall hörte diese Lebensbeichte bereits vor fünf Jahren in einer Radiosendung – und hatte damals eine spontane Idee. „Das sind doch genau die Gefahren, mit denen sich die Jugendlichen an unserer Schule auch konfrontiert sehen“, schoss es ihm durch den Kopf. Der Pädagoge beschloss, Kontakt zu Hermann Wenning aufzunehmen, der sich ganz ungeschönt selbst als „suchtgefährdet“ einschätzt und sich seinen Zuhörern als „Ex-Junkie“ vorstellt.

Inzwischen kennen sich die beiden gut, und Buchautor Wenning ist schon zum vierten Mal im Berufskolleg des HSK zu Gast.

„Seine Botschaft lautet: ‘Es kann so enden’“, sagt Marschall über den Bekannten – und empfiehlt seinen Schülern stets, darauf zu achten, was passieren kann...

Unter diesem Aspekt setzt auch die Polizei den „Drogenhebel“ an. „Eine Beichte aus erster Hand vor einer größeren Gruppe Jugendlicher eröffnet auch uns die Möglichkeit, präventiv tätig zu werden“, sagt Ludger Rath mit Blick auf die heutige Veranstaltung. Aus Erfahrung weiß der Beamte, dass Polizei oder Eltern oft nicht zu den potenziell Gefährdeten durchdringen. Aber in Kombination mit einem Betroffenen sieht das anders aus.

Darum ist ein Arnsberger Bezirksdienst-Polizist, der außerdem auch als „Schulverbindungsbeamter“ des Kollegs fungiert, vor Ort. „Der Kollege wird natürlich auch Fragen beantworten“, sagt Ludger Rath – und betont noch einmal: „Drüber reden ist wichtig, damit es möglichst erst gar nicht zum Konsum kommt – denn; Drogen gibt es wohl an jeder weiterführenden Schule im Hochsauerland...“