Beitrag zu mehr Aufenthaltsqualität

Brückenplatz Bushaltestelle
Brückenplatz Bushaltestelle
Foto: WP Ted Jones
Was wir bereits wissen
Neue Bus-Kaps sorgen am Arnsberger Brückenplatz für ein gleichwertiges Nebeneinander von Öffentlichem Nahverkehr, Fußgängern und Autos. Stadtplaner von Verzicht auf Haltebuchten überzeugt.

Arnsberg..  Ein Leserbrief schlägt Wellen: Manfred Mengewein beklagt sich über fehlende Bushaltebuchten bei der Neugestaltung des Brückenplatzes (in unsere Ausgabe vom 6. Januar) und prophezeit zu lange Wartezeiten für die Autofahrer. Kontrovers wird seine Meinung auch im Internet diskutiert. Stadtplaner Thomas Vielhaber steht unterdessen voll hinter der Maßnahme. Die sogenannten „Buskaps“ hätten zahlreiche Vorteile gegenüber klassischen Busbuchten und seien ein Beitrag zu mehr Sicherheit, Komfort, Beschleunigung des öffentlichen Nahverkehrs und dem gleichwertigen Miteinander von motorisiertem Verkehr und Fußgängern.

Unsere Zeitung fragte anlässlich des Leserbriefes eine Stellungnahme der Stadtverwaltung bei Thomas Vielhaber an. Er verweist darauf, dass es sich keineswegs um „vergessene Bushaltebuchten“ handele. Vielmehr sei diese Maßnahme im offenen und transparenten Bürgerwerkstattverfahren diskutiert und besprochen worden. Dort seien im Verlauf der Planung unterschiedlichste Lösungs- und Entwurfsansätze - auch für den Busverkehr - diskutiert worden. „Schade, dass Herr Mengewein die Bürgerwerkstätten und andere Möglichkeiten nicht genutzt hat, um sich zu informieren und zu diskutieren“, kritisiert Thomas Vielhaber in der Stellungnahme.

Busbeschleunigung

„Buskaps“ haben verkehrsplanerisch ihre Vorzüge: Zum einen dienen sie der Busbeschleunigung. Der Bus hält direkt auf der Fahrspur und muss sich bei der Abfahrt von der Haltestelle nicht wie bisher zuweilen sehr zeitraubend in den fließenden Verkehr einordnen.

Zudem, so Vielhaber, würden sie dem Anspruch an Komfortabilität und Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr entgegengekommen. Die Fahrzeuge fahren unmittelbar an die Bordsteinkante heran, die an die Einstiegshöhe der Busse angepasst ist. „So ist an allen Türen ein barrierefreier und zudem sicherer Ein- und Ausstieg möglich“, so der Stadtplaner. Gleichzeitig werde das unfallträchtige Überholen haltender Busse verhindert. „Dadurch und in Kombination mit den noch anzulegenden Zebrastreifen werden Konflikte mit querenden Fußgängern von vornherein ausgeschlossen“, ergänzt Vielhaber. Das diene insbesondere der Sicherheit der Kinder und älterer Menschen.

Es geht aber auch um die Gesamtplanung, die dem Fußgängerverkehr in diesem Quartier mehr Platz einräumen sollte. Buskaps gelten als sehr platzsparend. Die hier „gewonnene“ Fläche sei den breiten Gehwegbereichen zugute gekommen. „Damit wird auch dem Wunsch der Geschäftsinhaber am Brückenplatz entsprochen, die Bushaltestellen von den Gebäuden abzurücken“, so heißt es in der Stellungnahme. Zukünftig müsse kein Fahrgast mehr Wetterschutz in Hauseingängen und unter Vordächern suchen, da im Zuge der Anlegung der Bushaltestellen auf den dazu gewonnenen Flächen auch neue Wartehallen errichtet worden sei. Zudem sei Platz gewonnen worden für Geschäftsauslagen und Außengastronomie.

Mehr Lebensqualität

Das alles sei ein Beitrag für eine neue Lebens- und Aufenthaltsqualität, so Vielhaber, die „wieder das menschliche Maß respektiert, das in der Planungs- und Technikeuphorie vor allem der 1970er Jahre nicht nur in Arnsberg vielfach abhanden gekommen ist“. Es sei gut, wenn in diesem zentralen Bereich der Stadt zukünftig der Fußgänger, der Radfahrer und der öffentliche Nahverkehr gegenüber dem Autoverkehr bei insgesamt geringeren Fahrgeschwindigkeiten eine gleichwertige Stellung einnehmen.