Beim Sauerland-Museum haben Planer aus Leipzig die Nase vorn
06.02.2012 | 17:10 Uhr 2012-02-06T17:10:00+0100
Arnsberg.„Aus 29 mach vier“: Die Sieger des Architekten-Wettbewerbs zur Umgestaltung und Erweiterung des Arnsberger Sauerland-Museums in ein „Museums- und Kulturforum Südwestfalen“ stehen fest.
Doch der erste Preis, über den sich die „schulz & schulz architekten GmbH“ freuen darf, gibt den Leipziger Planern noch keine Garantie auf die Realisierung ihrer Ideen - und zwar aus zweierlei Gründen: Zum einen sind auch die Entwürfe auf den Plätzen zwei bis vier noch nicht aus dem Rennen, zum anderen obliegt die endgültige Entscheidung über das gesamte Projekt den Mitgliedern des Kreistags.
„Wir möchten die dauerhafte finanzielle Tragbarkeit des Projektes darstellen“, erklärt Dr. Karl Schneider, „dazu gehören eine detaillierte Aufstellung der Investitions- und der Betriebskosten sowie verlässliche Angaben über beantragte Fördermittel.“
Maßvoller und behutsamer Eingriff
Die Finanzen seien auch der Grund dafür, dass sich alle vier Preisträger noch Hoffnungen auf den Zuschlag machen dürfen, so der Landrat des Hochsauerlandkreises weiter:
Im vorgeschriebenen Vergabeverfahren werden neben dem Ergebnis des Architekten-Wettbewerbs auch weitere Kriterien berücksichtigt, zum Beispiel Bau- und Betriebskosten.
„Platz vier wird es aber sicher schwerer haben als der Sieger“, erläutert Professor Fritz Auer, Vorsitzender des 20-köpfigen Preisgerichts.
Denn die Juroren hatten den beteiligten Architekten bereits im Vorfeld finanzielle Auflagen gemacht - die Vorgabe lag bei sechs Millionen Euro (ohne Außenarbeiten).
Und die vier Preisträger haben Kostenbewertungen abgegeben, die sich in einem Korridor von 5,3 bis 7,1 Millionen Euro bewegen - ein echter „Ausreißer“ ist demnach nicht dabei. Insgesamt dürften die Ausgaben für das „Forum“ bei etwa zwölf Millionen Euro liegen - inklusive „baulicher Ergänzungen“, die sich beim Sieger-Entwurf „sehr moderat“ präsentieren. Dieser „maßvolle und behutsame Eingriff“ in die bestehende Bausubstanz gab letztlich den Ausschlag für die Leipziger Architekten. Ihre Planungen rücken u.a. den historischen Landsberger Hof als bisher alleiniges Museumsgebäude in den Blickpunkt.
Keine Bewerbung von Architekten aus Südwestfalen
Die Mehrheitsentscheidung für „schulz & schulz“ wurde vor allem von den Fachleuten unter den Juroren beeinflusst, während die Politik in Reihen der Jury eher die zweitplatzierten Stuttgarter Architekten „Bez und Kock“ favorisierten. Auch deren Lösungsansatz sieht einen behutsamen Umgang mit der vorhandenen Bebauung vor, arbeitet mit Grünflächen und Flachdächern. Die Preisträger auf den Plätzen drei („Bär, Stadelmann, Stöcker“, Nürnberg) und vier („Grüntuch, Ernst“, Berlin) dagegen bringen verstärkt die Variante Stein zum Tragen. Architekten aus Südwestfalen beteiligten sich übrigens nicht am Wettbewerb, aus der näheren Umgebung waren Planungsbüros aus Dortmund und Hagen dabei.
Wie geht es nun weiter? Die Verwaltung des Hochsauerlandkreises wird eine Variante erarbeiten, auf deren Grundlage die Politik entscheiden kann - voraussichtlich erst im Herbst dieses Jahres. Denn „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“, betonen die Verantwortlichen im Mescheder Kreishaus.
„Der Kreistag will einen bestimmten Betrag für das Projekt ausgeben - dabei soll es bleiben“, so Landrat Dr. Schneider, „es gilt also, bei den Kreistagsmitgliedern Überzeugungsarbeit zu leisten.“
Gelingt das, könnte im Sommer 2013 Baubeginn sein.

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