Bei Erkrankten ein Wohlsein-Gefühl erzeugen

Manfred Plieske, Martin Polenz und Eva Wünsche stellen das neue Kneipp-Fortbildungskonzept vor.
Manfred Plieske, Martin Polenz und Eva Wünsche stellen das neue Kneipp-Fortbildungskonzept vor.
Foto: WP Ted Jones
Was wir bereits wissen
Der Kneipp Bund NRW mit seiner Arnsberger Vorsitzenden Eva Wünsche startet in Arnsberg eine Fortbildung „Demenz-Trainer/-in mit Kneipp“. Erkrankten soll so mehr Lebensqualität vermittelt werden.

Arnsberg..  Das Kneippen ist nicht neu. Anwendungen und Methoden sind seit über 100 Jahren bewährt und wurden behutsam weiter entwickelt. In Arnsberg - der Stadt mit ihrem inzwischen europaweit beachteten Netzwerk Demenz - startet das Bildungswerk des Kneipp-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen nun ein neues Projekt. Angeboten werden Ausbildungen zum „Demenztrainer/-in nach Kneipp“.

„Es geht um Lebensqualität“

Kneipp-Anwendungen bei Senioren sind nichts ungewöhnliches. Im Seniorenheim „Am Bremers Park“ arbeitet die Arnsbergerin Eva Wünsche, Landesvorsitzende des Kneipp Bundes NRW, bereits seit längerer Zeit mit Bewohnern. Zum Haus gehörig ist ein Kneipp-Becken und auch ein kleiner Sinnesweg. Jetzt wurden auch die hier gemachten Erfahrungen in ein Konzept verarbeitet. „Hier fließen die Wirkungsprinzipien von Kneipp allesamt mit ein“, erzählt Eva Wünsche. Die Fortbildung für Menschen, die entweder privat, beruflich oder in Vereinen mit an Demenz erkrankten Menschen umgehen, soll eine weitere ganzheitliche Herangehensweise an die Krankheit und den Erkrankten aufzeigen. „Letztendlich geht es um Wohlfühlen und Lebensqualität“, sagt Manfred Plieske vom Kneipp-Bildungswerk NRW. Er spricht von einem „weiteren Puzzleteilchen im Angebot für Demenzkranke“.

Ein Puzzleteilchen ist die in Arnsberg startetende Fortbildung auch für das von der städtischen Fachstelle Zukunft Alter geknüpfte Netzwerk Demenz. „Es geht uns bei den Anwendungen ja auch darum, dass Menschen so lange wie möglich in ihren Wohnungen oder in den Familien bleiben können“, sagt Eva Wünsche. Kneipp-therapeutische Ansätze mit den in der Lehre formulierten Wirkstoffen Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung könnten hilfreich sein.

Das neue Fortbildungskonzept lässt sich der NRW-Kneipp-Bund patentieren. Gearbeitet wird derzeit auch vom Verband daran, dass Kneipp-Therapien bei Demenzkranken über die Krankenkassen abgerechnet werden können.