Baumfällung nicht zu beanstanden

Haus Bene: Gut sichtbar und mit aufgeräumtem Grundstück.
Haus Bene: Gut sichtbar und mit aufgeräumtem Grundstück.
Foto: Ted Jones
Was wir bereits wissen
Das Fällen der Linde am Haus Bene im Ortsteil Arnsberg sorgte in einigen Kreisen der Stadt für Empörung. Der Besitzer handelte aber ganz im Sinne des Rechts. Ein Naturdenkmal war der Baum nicht mehr.

Arnsberg..  Der Aufschrei war groß: Als Ende des Jahres die große Linde im Garten von Haus Bene an der Ecke Brückenplatz/Kurfürstenstraße fiel, machte in der Stadt das Wort vom „Braumfrevel“ die Runde. Kritik an der Fällaktion wurde auch in sozialen Netzwerken geäußert. Fakt ist aber: Der Eigentümer handelte im Recht und steht nicht unter Rechtfertigungszwang. Eine Baumschutzsatzung in der Stadt Arnsberg gibt es nicht. Und der Naturdenkmal-Status wurde der Linde im Garten der Villa schon im Jahr 2006 entzogen.

Genehmigung nicht erforderlich

Der Eigentümer Bernd Cruse, der das Haus im August 2014 bei der Zwangsversteigerung erworben hatte, brauchte nach Auskunft der Stadtverwaltung keine Genehmigung. Sehr wohl hatte er sich vorher aber juristisch abgesichert, ob er den Baum fällen dürfe. Eine Genehmigung wäre nur erforderlich gewesen, wenn der Baum im Bebauungsplan festgesetzt gewesen wäre oder eine Eintragung als Naturdenkmal vorgelegen hätte. „Beides trifft hier nicht zu“, sagt Konstanze Nawrath-Dame vom Fachbereich Grünflächen der Stadt Arnsberg auf Nachfrage unserer Zeitung. Rechtlich - auch weil es keine Baumschutzsatzung in Arnsberg gibt - habe die Stadt an der Fällung nichts zu beanstanden.

Bei der Zwangsversteigerung waren übrigens alle Parteien noch davon ausgegangen, dass der Baum ein Naturdenkmal sei. So war es in der Objektbeschreibung formuliert. Tatsache ist aber, dass schon im Jahr 2006 der Eintrag der Linde als Naturdenkmal gelöscht worden war. Der Baum hatte aufgrund baulicher Veränderungen im Umfeld nicht mehr das Alleinstellungsmerkmal. Zudem war damals die Krone aus Verkehrssicherungsgründen reduziert worden, was ebenfalls dazu beitrug, dass der Naturdenkmal-Status verloren gegangen war. Eigentümer Bernd Cruse zeigt sich spürbar genervt von der Kritik an der Fällung und verweist darauf, dass er auch auf Beschwerden von Nachbarn reagiert hätte. Die hatten beklagt, dass ihnen die Licht genommen sei. Zudem sei es um Gefahrenvermeidung gegangen, weil das Laub des Baumes den Zugang zur benachbarten Tiefgarage zur Rutschbahn machte. „Ich bin doch kein Baumfeind“, sagt Cruse. Er sei interessiert daran, an diesem Standort eine „interessante Ansiedlung“ zu schaffen.

Ihm schwebt vor, dass in dem Baudenkmal ein Nutzer mit Interesse an einer repräsentativen und auch teil-öffentlichen Funktion des Gebäudes einziehe wie zum Beispiel eine Kanzlei. Eine konkrete Idee gäbe es noch nicht. Alles, so Cruse, werde aber mit dem Denkmalamt abgesprochen.