Baumeister ist Stern am Sauerländer Kochhimmel
10.09.2010 | 12:00 Uhr 2010-09-10T12:00:00+0200
Arnsberg/Langscheid.Olaf Baumeister ist der neue Stern am Sauerländer Kochhimmel: Der Chef des Langscheider Hotels „Seegarten“ wurde ausgewählt, beim „Westfalen Gourmetfestival“ ein Gastspiel zu geben.
Olaf Baumeister steht in einer Reihe mit Michelin-Stern dekorierten Köchen wie Hans Stefan Steinheuer, Thomas Bühner sowie den Fernsehköchinnen Sarah Wiener und Lea Linster. Der Chef des Langscheider Hotels „Seegarten“ wurde ausgewählt, beim „Westfalen Gourmetfestival“ ein Gastspiel zu geben.
Raus aus dem Nischendasein
„Ich war total überrascht, als ich angefragt wurde“, ist Olaf Baumeister glücklich. „Jeder der anderen Köche ist doch tausendmal berühmter als ich“, gibt sich der Langscheider bescheiden. Tatsächlich sind es schon einige Berühmtheiten unter den Köchen, die an der Premiere des Gourmetfestivals teilnehmen. Seit vergangenem Wochenende bis zum 14. November treten die Küchenchefs in zehn Restaurants an, westfälische Küche auf höchstem Niveau zu präsentieren. Den Initiatoren des Festivals geht es darum, die westfälische Küche aus ihrem Nischendasein zu befreien. Und dabei soll Olaf Baumeister helfen.
Seit mehr als 15 Jahren kocht der heute 38-Jährige im Familienbetrieb in Langscheid. „Ich hatte mich als Jugendlicher zunächst mehr für den Service interessiert“, erinnert sich Baumeister an die Anfänge. Doch auf der Hotelfachschule und in ersten Praktika entdeckte er, dass Kochen seine Leidenschaft ist. „Ich merkte, das steckt mir im Blut.“ So begann er seine Ausbildung, und zwar im Essener Hotel „Residence“, damals eines der besten Häuser Deutschlands. „Das war schon für mich ein wahrer Glücksfall“, weiß Baumeister, dass er in dem Zwei-Sterne-Haus bei Henry Bach und Berthold Bühler lernen durfte.
Im elterlichen Betrieb
Während bei vielen Köchen nach der Ausbildung die Wanderjahre beginnen, wechselte Olaf Baumeister in den elterlichen Betrieb. „Damals lief es bei uns nicht so gut“, erklärt Baumeister, warum er direkt nach der Lehre zurück ging. Doch die Erfahrung, die andere in verschiedenen Häusern gewinnen, holte sich Baumeister an den eigenen Herd. „Ich habe immer wieder hervorragende Köche eingestellt, von denen ich viel lernen konnte“, sagt Baumeister. Monika Wechsler, seine Patisserie-Ausbilderin im Essener „Residence“, holte er ebenfalls an den Sorpesee. Sie ist auch heute noch für die süßen Speisen zuständig.
Heute gehört der Seegarten mit zu den besten Speiserestaurants der Region; Baumeister erweiterte seinen Wirkungskreis mit dem „El Diablo“, einem Lokal im American Diner Stil sowie der „Strandbar“ am Ufer des Sorpesees. Und dem Partyservice. Kaum ein großes Event, bei dem der Koch mit dem markanten Pferdeschwanz nicht dabei ist. Bei den Zauberhaften Abenden im Schloss Herdringen bekochte Baumeister die Pop-Promis. Und wurde dabei auf die Probe gestellt. Seitenlang war beispielsweise die Catering-Absprache für die Top-Band „Ich & Ich“. Doch dann, Minuten vor dem abendlichen Konzert, kam Sänger Adel Tawil zu Baumeister und hatte eine kleine Bitte: „So ein Kalbssteak nach dem Auftritt – das wär’s doch.“ Kalbssteak war so ziemlich das einzige, was nicht auf dem Cateringplan, den die Gruppe zuvor eingereicht hatte, stand. Doch Baumeister und sein Team lösten ihre Aufgabe, als sei sie geplant gewesen.
Planung ist ein Muss
Planung ist für den Langscheider ein absolutes Muss. Wenn, wie voriges Wochenende, Events an vier unterschiedlichen Orten im Sauerland mit insgesamt 670 Besuchern bekocht werden, oder an einem Abend 750 mehrgängige Menüs innerhalb weniger Minuten für ein ganzes Zirkuszelt voller Gäste auf den Punkt fertig gegart sein müssen. „Das ist eine enorme Herausforderung – aber für das ganze Team auch eine willkommene Abwechslung vom Alltag“, sagt Baumeister. Doch: Seine Erfüllung sei das Kochen im Restaurant. „Neue Dinge ausprobieren, schauen, wie es bei den Gästen ankommt.“ Baumeister setzt dabei nicht nur im Rahmen des Westfalen Gourmetfestivals auf frische regionale Produkte, verfeinert oder ergänzt mit ungewöhnlichen Aromen aus aller Welt. „Das ist mein Stil“, betont Baumeister.
Damit kommt er nicht nur bei seinen Gästen gut an, sondern auch bei den Fernsehzuschauern. Für die Lokalzeit, das südwestfälische Programm des WDR bereitet er als lokaler Fernsehkoch Hausmannskost und feine Gerichte zu. Mit Regisseur Georg Lembeck und Kameramann Ilja Wittenberg sind so schon an die 100 Folgen entstanden.
Kreativität ist alles
Die so erworbene Berühmtheit dürfte dann auch den Ausschlag gegeben haben für die Einladung zum Gourmetfestival. Zwei Tage lang, am 22. und 23. Oktober, wird Baumeister im Hotel-Restaurant Hof Hueck in Bad Sassendorf mit dem dortigen Team kochen. „Carpaccio vom kurz gegrillten Wasserbüffel aus der Bad Sassendorfer Woeste“ beispielsweise, oder „Jakobsmuschel mit Chips vom Mescheder Schinken und kleinem Stielmuseintopf.“ Oder: „Sabayon von frischem Veltins mit Bourbon-Vanille und Muscovado-Zucker.“
Kreativität ist alles. Da wundert nur, dass es gerade ein eher simpel klingendes Rezept ist, das bei Olaf Baumeister einen ungewöhnlich hohen Missraten-Faktor hat: „Ofenschlupfer“, also Buchweizenpfannkuchen. Die produziert er für die nächste Kochfolge in der WDR-Lokalzeit am 22. September. Ob’s beim Dreh gelungen ist? Schaun wir mal.

19:17
Ich habe vor einigen Monaten mal das Gericht Coq au vin gegessen, einfach hervorragend, so lecker gibts das nicht mal bei den Franzosen, leider steht es jetzt im Sommer nicht auf der Speisekarte.
12:37
hey olaf, das freut mich total für dich!!! bist schon ein cooler typ und echt bodenständig geblieben...
viel glück!