Baum-Aktivisten engagieren sich auf Kosten anderer

Manche Bürger, die in Online-Kommentaren die umfangreiche Bäumfällung an der Neheimer Möhnestraße bedauern und das derzeitige „schreckliche Aussehen der Straße“ anprangern, sollten stärker bedenken, dass nicht sie selbst, sondern die Anwohner es waren, die in den vergangenen Jahrzehnten den klebrigen Harz von Gehwegpflaster und geparkten Autos wischen, die Fassadenverschmutzungen von häuserüberragenden Linden ertragen und im Herbst kubikmeterweise Laub kehren mussten. Dabei mussten sich manche Anwohner, die schon vor längerer Zeit das Rentenalter erreichten, immer mehr quälen.

Die locker am PC sitzenden Neunmalklugen, die mal eben ein paar Buchstaben in die Welt posten und somit den Anwohnern Säuberungsarbeiten rund um die Bäume für weitere Jahrzehnte zumuten wollen, hätten sich ja als praktizierende Baumretter profilieren können. Als Baumpaten hätten sie ja für die nächsten 30 Jahre die Säuberungsarbeiten rund um die alten Linden übernehmen können. Dies las ich in keinem Online-Kommentar.


Die Protestler muten Anwohnern auch noch zu, ggf. tiefer ins private Portmonee greifen zu müssen, damit die Linden stehen bleiben können. Denn der Erhalt der Bäume wäre teurer gewesen als die nach der Straßensanierung anstehende Neupflanzung von Spitz-Ahorn-Bäumen. Baum-Aktivisten, die sich auf Kosten anderer engagieren, nerven kolossal.

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