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Bangen um Woolworth in Arnsberg

14.04.2009 | 16:40 Uhr
Bangen um Woolworth in Arnsberg

Bangen um die Zukunft von Woolworth in Arnsberg. Wie es nach dem Insolvenzantrag der Billigkaufhaus-Kette (siehe Hauptteil) mit dem Betrieb im Brückencenter weitergeht, ist unklar. Gestern wollte sich noch kein Verantwortlicher den Fragen der WR stellen. Der Verkauf jedenfalls ging normal weiter.

 Wer die Arnsberger Rufnummer der Filiale am Schützenhof 1 wählte, der landete direkt im Frankfurter Callcenter des Kaufhauses. Die dort erhaltene Telefonnummer eines kompetenten Gesprächspartners war dann auch den ganzen Tag über besetzt.

Verwalter: Gerüchte

hat's oft gegeben

Da blieb nur das Gespräch vor Ort im Brückencenter. Doch die Geschäftsführerin sei wegen Termine in einer Nachbarstadt leider verhindert, hieß es. Und die Mitarbeiter konnten oder wollten keine Auskunft geben.

Nicht überrascht von der Insolvenz-Nachricht zeigte sich indes Brückencenter-Hausverwalter Dietmar Dziobaka. „Das ist nicht das erste Mal, dass deren Ende vorausgesagt wurde”, sagt er im Gespräch mit der Rundschau. Und immer wieder hätten sie ihren Betrieb weiter geführt.

Dass es allerdings nicht mehr so lief wie in früheren Zeiten, hat auch Dziobaka ausgemacht.

Woolworth gehörte im Brückencenter zu den „Bauplan-Mietern”. Jene, die von Anfang an dabei waren. „Als es am 28. Februar 1980 losging, waren dort 103 Personen beschäftigt”, erinnert sich der Verwalter des Centers noch ganz genau. Aber schon einige Wochen später seien die ersten bereits abgezogen worden. Zu Beginn hätte es noch eine eigene Foto-, Lampen-, Elektro- und Teppichabteilung gegeben. Und einen Paternoster, mit dem die Waren auf die verschiedenen Abteilungen transportiert wurden.

Heute schätzt Dieter Dziobaka den Mitarbeiterstab in Arnsberg noch auf etwa 25. Eine Verkäuferin sagte hingegen, dass das Haus etwa 70 Personen beschäftige.

Die Verkaufsfläche von Woolworth in Arnsberg beträgt rund 2000 Quadratmeter, das Lager verfügt über 1500 Quadratmeter. Darüber hinaus gibt es noch einige Büroräume. Noch vor etwa einem Jahr war umfangreich in der Arnsberger Filiale renoviert worden.

Woolworth betreibt insgesamt in Deutschland 323 Filialen und hatte zuletzt etwa 11 000 Mitarbeiter. Das Unternehmen gehört dem britischen Finanzinvestor Argyll Partners. Dieser hatte die deutsche Woolworth Ende 2007 vom Finanzinvestor Electra Private Equity übernommen und begonnen, das Unternehmen zu sanieren. Die frühere US-Muttergesellschaft, die in Bremen 1927 ihre erste Filiale in Deutschland eröffnet hatte, hatte das deutsche Geschäft 1998 an Electra verkauft.

Die Rezession hat die Probleme vieler Einzelhandelsketten in Deutschland verschärft. Sie erschwert die Aufnahme von Krediten. Vor allem aber Warenhäuser sind für die Experten ein Auslaufmodell.

Detlef SCHLUECHTERMANN

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