Autos sind im Untergrund verschwunden

Tunnelbau Neheim bei der Neheimer Sanierung
Tunnelbau Neheim bei der Neheimer Sanierung
Foto: privat

Neheim..  „Kurz gesagt: Die Sanierung Neheims hat der Stadt zur heutigen Blüte verholfen.“ So deutlich fasst es Theo Krick, Vorstandsmitglied des Vereins „Aktives Neheim“ sowie Anlieger der Hauptstraße in Neheim, zusammen. Am 16. Dezember 1985 begann mit der Grundsteineinbringung am Nordportal der Bau des Neheimer Tunnels. Am 24. Oktober 1986 wurde er schließlich für den Verkehr freigegeben. Die Neheimer Sanierung umfasste jedoch weit mehr als lediglich den Tunnelbau.

13 Jahre harte Arbeit

Im Wesentlichen war es Ziel der Städteplaner: das Angebot an Waren und Dienstleistungen zu verbessern, die Anbindung der Altstadt sowie eine sinnvolle Neubebauung voranzutreiben, das Verkehrsproblem im Bereich der Innenstadt zu lösen sowie neuen Wohnraum zu schaffen. Insgesamt dauerte die Sanierung von den ersten Planungen bis zum Abschluss der Arbeiten von 1975 bis 1988.

Heute, sagt Theo Krick, freue sich die Arnsberger Bürgerschaft nicht nur über Einkaufs­möglichkeiten innerhalb der City. Auch in gesellschaftlicher Hinsicht sei der Neheimer Markt äußerst attraktiv. „Hier kommen die Menschen bei Volksfesten und beim Wochenmarkt zusammen. Neheim lockt Menschen weit über seine Grenzen hinaus in die Innenstadt.“

Viel hat sich seit den 1970er Jahren getan: Damals floss der Straßenverkehr durch den Stadtkern, auf dem Marktplatz vor der Kirche St.-Johannes-Baptist parkten die Autos. „Alles fuhr hier oben lang, ohne Kreuzung, ohne Verkehrsampel“, erinnert sich auch Franz Josef Schulte, Vorsitzender des Heimatbunds Neheim-Hüsten. „Damals musste man handeln, weil es mit wachsendem Verkehrsaufkommen ja immer schlimmer geworden wäre.“

Zudem teilte eine Kleinbahn die Alt- von der Neustadt. „Durch den Wegfall der Kleinbahn besteht nun eine Verlinkung zur Altstadt“, erklärt Theo Kruck. „Der Stadtkern ist zu einer Einheit gewachsen. Nur so konnte sich Neheim zu der hochmodernen Einzelhandelseinkaufsstadt in der Region entwickeln.“

So beliebt der Markt und die Fußgängerzone auch bei vielen Bürgern sind, ein wenig Wehmut schwingt beim manch einem mit, der sich an die Vergangenheit erinnert. „Heute bedauern viele, dass alte Gebäude wie die Villa, die Polizeiwache und vor allem das Rathaus abgerissen wurden“, weiß Franz Josef Schulte.

27 Jahre ist es nun her, dass die Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen sind. Und langsam nagt der Zahn der Zeit an dem, was einst neu war. „Die Markthalle zum Beispiel müsste wirklich mal renoviert werden“, sagt Franz Josef Schulte, „aber zum Glück setzt sich das Aktive Neheim dafür ein, dass dort was passiert oder etwas Neues hinkommt.“ Die Stadt – sie verändert sich weiter.