Autistischer Künstler stellt in Düsseldorf aus

Aaron Fahlefeld experimentiert mit seiner Kamera. Licht und Bewegung stehen dabei im Vordergrund. In Düsseldorf, bei der Ausstellung „Silent Motion“, zeigt er einige seiner Kunstwerke.Foto: Achim Benke
Aaron Fahlefeld experimentiert mit seiner Kamera. Licht und Bewegung stehen dabei im Vordergrund. In Düsseldorf, bei der Ausstellung „Silent Motion“, zeigt er einige seiner Kunstwerke.Foto: Achim Benke
Foto: Privat

Neheim..  Wenn am Freitag, 30. Januar, die Ausstellung „Silent Motion“ in Düsseldorf eröffnet wird, werden auch Kunstwerke von Aaron Fahlefeld aus Neheim dabei sein.

Jetzt kann man denken: „Na ja, es haben schon einige Künstler aus Arnsberg in Deutschlands Großstädten ihre Kunstwerke ausgestellt.“ Das Außergewöhnliche bei dem 18-jährigen Neheimer Fotokünstler ist aber, dass er ein Autist ist.

Mit sechs Jahren entdeckte er das Fotografieren für sich. Mit einer Pocketkamera fing Aaron damals schon an zu experimentieren. Pflanzen-, Tier-, Menschen- und Landschaftsmotive waren ihm zu langweilig. „Ich wollte meine eigene Technik – und viel ausprobieren. Ich spiele mit Licht und einer langen Belichtungszeit“, so Aaron.

Kunstexperten bezeichnen seine Werke als eine Verschleierung der Grenze zwischen Realität und Fiktion. Soll heißen, dass er das Motiv verschleiert und den Ort mit Lichtquellen und Bewegung abstrakt gestaltet. Lange Belichtungszeiten bilden dabei im Kern seine Fotokunst. Als Aaron Fahlefeld eine Spiegelreflexkamera geschenkt bekam, zog er sich zurück und ergründete ganz alleine ihre Funktionen.

Die Experten sind überrascht

„Selbst Fotografen in seinem Umfeld waren überrascht, was er alles für Funktionen aus der Kamera ­herausholte“, so Aarons Schwester Tosca Fahlefeld. Aaron fotografierte von Anfang an gerne im Dunkeln mit langer Belichtungszeit und malte oder schrieb mit Licht einer Taschenlampe Figuren und Schriften in das Bild. Die Wirklichkeit ist für ihn zweitrangig.

Seine Bilder hütet Aaron wie ein Goldschatz. „Wir wissen nicht, wie viele Bilder er schon gemacht hat. Nur nach und nach zeigt Aaron sie uns“, erklärt seine Schwester. Aaron nutzt aber auch andere natürliche Lichtquellen wie Laternen, Ampeln oder das ganz normale Tageslicht zu bestimmten Zeiten.

Die Bewegung ist sein Begleiter. Wenn er eine Baumkrone als Motiv gewählt hat, dann fo­kussiert er sie an und dreht sich dabei. Das Ergebnis ist keine „normale“ Fotografie, sondern es erscheint wie ein abstraktes Gemälde aus verschiedenen Materialien. „Ich habe mir alles selber beigebracht. Nein, da lasse ich mir nicht helfen. Das ist meine Welt“, betont Aaron.

Für ihn sind seine Fotografien Momente und Erlebnisse in seinem Leben, die er auf seine Art und Weise spontan verändert.

Es sind eben seine Experimentierfelder. 2010 durfte Fahlefeld schon in der „documenta-Halle“ in Kassel mit 64 anderen autistischen Künstlern einige seiner Foto-Werke ausstellen.