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Aufschwung bei Firmen: "Es macht wieder Spaß!"

08.05.2007 | 23:25 Uhr

Arnsberg/Sundern. Banken leben vom Geld. Und das ist bei der Sparkasse Arnsberg-Sundern im letzten Geschäftsjahr reichlich geflossen: Sowohl heraus, in Form von Krediten, als auch herein, in Form von Spareinlagen. Das berichteten gestern Sparkassen-Chef N

Die Sparkasse ist in den Städten Arnsberg und Sundern unumstrittener Marktführer - 60 Prozent der Einwohner sind dort Kunde. Gleichwohl sind Entwicklungen, wie sie von Direktbanken angestoßen wurden, nicht spurlos an ihrem Geschäft vorbeigegangen. "Aber wir haben mit den richtigen Strategien darauf reagiert", unterstrich Sparkassenvorstand Norbert Runde. Die Nähe zum Kunden, sowohl über die flächendeckend vorhandenen Geschäftsstellen wie auch das hauseigene Call-Center, aber auch Preisoffensiven und neue Produkte hätten für den "mehr als stabilen" Kurs gesorgt.

Als Beispiel nannte Runde dafür die Neuausrichtung im Baufinanzierungsbereich. "Wir haben in jeder Gebietsdirektion - Arnsberg, Neheim, Hüsten und Sundern - einen Experten für die Baufinanzierung, der die Kunden kompetent über Fördergelder und unsere flexiblen Produkte mit individuellen Laufzeiten und Konditionen beraten kann", unterstrich Runde.

Gerade in diesen Marktbereich sei wieder Bewegung gekommen. Der Schwerpunkt habe sich in den Bereich der Modernisierung von Immobilien verlagert. Aber auch der Markt für Neubauten scheine wieder anzuziehen. Nachdem im vorigen Jahr das Geschäft im von der Sparkasse vermarkteten Neubaugebiet Stadtbruch zwischen Arnsberg und Rumbeck "eher schleppend" verlaufen sei, stehe man jetzt vor neuen Abschlüssen. So seien die Verhandlungen mit einem Nahversorger so gut wie abgeschlossen. Das Geschäft soll direkt im Eingangsbereich des Neubaugebietes entstehen. "Wird das realisiert, bringt das sicher auch einen neuen Schub für den Verkauf weiterer Grundstücke für Einfamilienhäuser", erwartet Ernst-Michael Sittig.

Baugebiet Stadtbruch:

Vertrag mit Nahversorger kurz vor dem Abschluss

Besonders erfreulich entwickele sich das Kreditgeschäft mit Firmenkunden. "Dort wird nicht mehr nur zum Erhalt und Bestandssicherung investiert, sondern es gibt bei den Unternehmen wieder Visionen, neue Geschäftsideen, in die investiert wird", sagte Sittig. "Ein Kunde formulierte das so: Es macht wieder richtig Spaß!" Insgesamt wurden im letzten Jahr 110 Millionen Euro an Darlehen an Privat- und Firmenkunden ausgezahlt. Das Gesamtwachstum im Kreditgeschäft sei mit 5,4 Prozent deutlich höher als bei den westfälisch-lippischen Sparkassen im Durchschnitt.

Der Konjunktur-Aufschwung, so erwartet man bei der Sparkasse, werde auch die Privatkunden in Zukunft noch stärker zu Investitionen verleiten. In Zeiten, in denen man sich um seinen Arbeitplatz Sorgen machen müsse, wo über den Weggang der Bezirksregierung diskutiert wird, sei es nachvollziehbar gewesen, wenn die Menschen eher zurückhaltend sind.

Trotz in den letzten Jahren stark gestiegener Zahlen bei den Privatinsolvenzen sei die Sparkasse mit ihrem Kreditgeschäft davon nicht besonders stark betroffen. "Wir hatten eher weniger Ausfälle bei den Konsumentenkrediten", bilanzierte Norbert Runde. Ein Grund dafür sei sicher der, dass "wir unsere Kunden kennen". Dann würden auch schon mal keine Kredite gegeben, wenn man das nicht für sinnvoll erachte.

"Die Sauerländer haben gern ein Haus, um das man herumlaufen kann - und für schlechte Zeiten etwas auf der hohen Kante", fasste Sittig seinen Eindruck vom Sparverhalten der Kunden in Arnsberg und Sundern zusammen.

Hier habe man für jede Kundengruppe passende Angebote geschaffen, die auch offensiver angeboten würden, als es in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Beliebteste Anlageform sei das Geldmarktkonto mit 60 Millionen Euro. Bei Kundeneinlagen und Wertpapieren sei ein Wachstum von 2,3 Prozent erzielt worden - 1,029 Milliarden Euro haben die Kunden der Sparkasse Arnsberg-Sundern anvertraut.

Dass bei den guten Geschäftszahlen die öffentlich-rechtliche Sparkasse auch "den guten Zweck" nicht vergisst, machte Sparkassen-Chef Norbert Runde zum Abschluss deutlich. So seien im vorigen Jahr über 500 000 Euro an Spenden und Sponsoringgelder an Vereine und Institutionen in den beiden Städten geflossen - und als Gründerstifter habe die Sparkasse 1,5 Millionen Euro in die Bürgerstiftungen in Sundern und Arnsberg eingebracht.

Von Heinz Krischer

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