Auflagen belasten Schützen schwer

Da kann man schon einmal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen... Eine Fülle behördlicher Auflagen macht den heimischen Schützen-Vereinen, -Bruderschaften, -Gesellschaften und -Gilden zunehmend Probleme.
Da kann man schon einmal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen... Eine Fülle behördlicher Auflagen macht den heimischen Schützen-Vereinen, -Bruderschaften, -Gesellschaften und -Gilden zunehmend Probleme.
Foto: WP Ted Jones

Arnsberg/Sundern..  Droht das Schützenwesen im Sauerland an zu strengen Vorgaben von Seiten der Ordnungsbehörden und Gesetzgeber zu zerbrechen? Im Verlauf der jüngsten „Montagsrunde“ unserer Zeitung zeichnete Dietrich-Wilhelm Dönneweg vom Kreis-Schützenbund ein eher düsteres Bild:

„Das Schützenwesen krankt an behördlichen Auflagen, die irgendwann nicht mehr zu stemmen sind – die geforderten 100 Prozent Absicherung sind unrealistisch.“

Ein Bespiel für mangelnde Flexibilität liefert der Kreisoberst prompt: „Die Beckumer Schützen erhielten vor einiger Zeit die Auflage, eine Klimaanlage in ihrer Halle zu installieren“, berichtet Dönneweg. Für diese kleine Balver Bruderschaft ein finanziell nur schwer zu bewältigender Kraftakt. Kaum war dieser geschafft, kam dann von ganz oben das Signal „Rauch­verbot in den Schützenhallen...“ Wäre das Ordnungsamt etwas weniger streng vorgegangen, hätten die Beckumer viel Geld gespart.

Auch die Diskussion um die Abmessungen des Schützenvogels wertet der heimische Schützenchef kritisch; ebenso wie geplante Änderungen beim Schießbetrieb. „Die Anschaffung eines ‘idioten­sicheren’ Kugelfangs für 6000 Euro stellt die kleineren Vereine vor große Probleme“, so der Oberst. Und mit dem Thema „Schießstand-Sachverständige“ seien weitere Probleme schon voraussehbar.

Trotzdem sieht Dönneweg auch Lichtblicke. „Ständige Gespräche mit den Behörden bringen oft die Lösung“, sagt er – und lobt Arnsberg ausdrücklich: „Die Stadtverwaltung ist sehr unkompliziert.“ In anderen Kommunen des heimischen Schützenkreises dagegen sei kaum Flexibilität vorhanden.

Lob für Landrat Dr. Schneider

Neben der Arnsberger Verwaltung bekommt auch der Hochsauerlandkreis von den Schützen ein gutes Zeugnis ausgestellt. „Dem Landrat liegt das Schützenwesen am Herzen“, sind sich die Teilnehmer unserer Gesprächsrunde einig. Und die Kreispolizeibehörde zeige sich in Sachen Schießen wo immer möglich kooperativ. „Leben und leben lassen“ – wünschen sich die Schützenbrüder für die Zukunft, im dichter werdenden Paragrafen-Dschungel auf mehr Verständnis zu stoßen. Sonst gelte es, verstärkt das „Nervensägen-Prinzip“ anzuwenden, sprich, politische Fürsprecher zu finden und anzuschieben, für die Belange der Schützen einzutreten – in Düsseldorf und Berlin. Hier möchte der Kreisschützenbund ansetzen:

„Wir lösen diese Probleme, oder versuchen es“, stellt der Kreisoberst klar, schließlich sei man für die Vereine da. Für mehr Beweglichkeit in Reihen der Behörden plädiert auch Gerd Stüttgen, denn, so das Fazit des Müscheder SPD-Politikers: „Es gibt keine 100-prozentige Sicherheit.“